Februar 2010
Sehr geehrte Frau Krischke, sehr geehrter Herr Krischke, liebes Bereiterinnen-Team,
nochmals herzlichen Dank für die sehr gelungenen, spannenden Seminartage am Wochenende. Ihre Herzlichkeit und positive Art haben mich sehr berührt und inspiriert! Die Harmonie im Team und unter den Pferden prägt das Gesamtbild enorm und allein schon deshalb unterscheidet sich die fürstliche Hofreitschule in Bückeburg von allen anderen sehr deutlich! Die Reise aus der CH hat sich mehr als gelohnt! Meine Interpretation (ein sehr schöner Ausdruck) der Reiterei ist geprägt von altklassischen, iberischen und altkalifornischen Vorbildern. Auf dem Weg zur Piaffe, Passage und Pirouette tauchten immer wieder Fragen auf und Unstimmigkeiten. Welche der Meinungen ist denn nun diejenige, die ich für mich und meine Pferde nutzen kann? Sie haben mir mit Ihren Vorführungen und Erklärungen neue Bausteine gegeben und einige Impulse gesetzt für Veränderungen in den Feinheiten. Ich danke Ihnen allen sehr dafür! Dass Sie, Frau Krischke, bereit sind ein Online-Coaching durchzuführen, freut mich natürlich besonders! Es wird sicher Frühling, bis das Projekt realisiert werden kann, oder sogar Sommer. Aber ich bin jetzt schon ganz gespannt darauf, was ich lernen darf! Zuletzt möchte ich noch sagen, wie beeindruckt ich bin, dass sie am Seminar Neues probiert haben und sich dem Risiko ausgesetzt haben, überrascht zu werden vom eigenen Programm. Ihre Offenheit gegenüber anderen Meinungen und die Souveränität, die Sie durch Ihre Erfahrungen zeigen, war wirklich eine Wohltat fürs Herz! Lange war ich auf der Suche nach genau diesen Gefühlen, welche durch Zuschauen nur selten erreicht werden. Alles Gute für Sie alle und Ihre wunderbaren Pferde. 
08.02.2010 Mit lieben Grüssen Nadine Saxer mit Freibergerstute Ljuba und PRE-Stute Balandra
Funktionelle Osteopathie für Pferd und Mensch, Nadine Saxer, www.pferde-therapie.ch

Sehr geehrte Familie Krischke, von dem Seminar vergangenes Wochenende bin ich immer noch begeistert! Die gekonnte Vorstellung der tollen Pferde habe  ich immer noch vor Augen. Das Seminar war zu keinem Zeitpunkt langweilig, was auch an der lebendigen Moderation lag. Es war schön zu sehen, dass Sie für jedes Pferd eine individuelle Lösung suchen. So wurde ein Pferd, welches mit Gebiss mit den Zähnen klappert,
an einem Lederreithalfter vorgestellt und hat dabei toll ausgesehen. Obwohl alles auf sehr hohem Niveau stattfand, konnte ich viele Dinge mit nach Hause nehmen.
So klappen die Seitengänge endlich besser, seit ich wirklich auf der Innenseite der Biegung sitze. Auch reagiert meine Stute viel freundlicher, wenn ich häufiger mal auf Ehrenwort anfrage. Meine Schwester übrigens auch :) Vor allem war eines sehr erfrischend: Dass Sie bei allem Fachwissen und dem hohen Anspruch an Ihre Arbeit eines nicht vergessen: Den Spaß! Die fröhliche und dennoch ernsthafte Art mit den Pferden umzugehen konnte man deutlich spüren. Sowie den fairen Umgang mit Ihren Pferden. Sie wirkten selbstbewusst, waren freudig und gehorsam. Ein großes Kompliment, der Besuch hat sich wirklich gelohnt.
Mit freundlichen Grüßen, Katharina Stengler, 16.2.2010
 
 

Sehr verehrtes Team Krischke, wenn ich dies mal so formulieren darf (denn als Team wirkten Sie auf mich bei den Seminaren).
Seit dem lezten Besuch bei Ihnen beherzige ich die Übungen die uns von Herrn Krischke gezeigt wurden. Ich reite einen langbeinigen, zu Flucht neigenden Trakehner. Er ist recht sensibel, natürlich wie alle Pferde, reagiert aber schneller mal mit Rennen als mit Weichen. Egal was ich gerade reite (Seitengänge oder Übergänge Spanischen Schritt was auch immer), bemerke ich er wird fest und er "rennt" mehr als dass er trägt, breche ich ab und biege ihn zu beiden Seiten und richte Rückwärts. Das bringt uns beide aus dem alten Muster, und den guten Gustav in eine sehr schöne Gelassenheit und ich habe ein Mittel, dass absolut nicht rückwärts wirkt!!! Große Freude bei allen!!!
Irgendetwas ist immer, nochmals vielen Dank für die tollen Anregungen Ihre Andrea Tophoven, 15.2.2010

Sehr geehrte Familie Krischke, liebe Friesenreiter und all die anderen Seelen die das letzte Seminar mit gestalltet haben!!
Es wahr für mich wieder ein inspirierender und auch motivierender Besuch bei Ihnen an der Hofreitschule. Meine "perfekten" Pferde müssen jetzt zu ihrer Überraschung viel mehr spanischen Schritt turnen. Dies ist nur eine Idee .
eine andere ist, dass ich mir für die Arbeit an der Hand gleichfalls eine Routine ausdenken werde. Überhaupt wieder mehr Arbeit an der Hand. Was die in meinen Springstall denken, wenn ich nur einen Ständer in die Mitte Stelle kann ich nur erahnen. Aber man muss dem Tieren viel Zeit lassen, sich mit Neuem auseinander zu setzen, und das dürfen sie somit quasi von allen Seiten. Ich habe Sie alle dafür bewundert, dass auch im Rahmen eines Seminars neue Sachen erarbeitet werden. (Es war eine so tolle Piorette unter dem Damensattel!! Beim Vorreiten der Friesen, obwohl an neuen Fragen gearbeitet wurde, ging für mich an keiner Stelle die Leichtigkeit verloren.)
Wenn für mich eine Idee deutlich wurde, dann die, Gutes besser zu machen.
Irgendwas ist immer und es ist noch immer gut gegangen oder würde man sich nach dem Wetter richten käme man zu gar nichts.
Ihre Andrea Tophoven, 10.2.2010

Echos


Oktober 2009
Moin liebe Frau Krischke, das Seminar hat mir - bis auf einen Punkt - sehr gut gefallen. Magnet war für mich Dr. Stodulka, da ich bereits einige Seminare von ihm besucht habe. Hier finde ich mich in meiner Arbeit zu meinem Konzept "Balance von Pferd & Reiter", dass ich seit über 10 Jahren erfolgreich stets weiter entwickelt habe, 100%ig wieder. Die Arbeit mit Labiat, die ich zunächst in Celle auf der Hengstparade gesehen habe, war ein weiterer Faktor, da es genügend Pferde gibt, die das Gebiss nicht korrekt annehmen, somit auch nicht genug abstoßen, daß ich Lastaufnahme im Hinterbein bekomme mit dem Ziel, dass sich das Pferd im Widerrist aufrichtet. Hier also einen anderen, neuen Weg zu versuchen finde ich toll.
Ich habe, ehrlich gesagt, mich noch nie intensiv mit den alten Meistern beschäftigt. Klar hat man seinerzeit das Gymnasium des Pferdes gelesen. Ich habe mein Konzept intuitiv entwickelt, durch viele Fortbildungen mir immer das heraus genommen, was für mich passt. So finde ich nun die berühmte LÜCKE, die ich noch gesucht habe mit Baucher. Handarbeit mache ich auch sehr viel - also hier schließt sich für mich ein schöner Kreis. Meine Devise ist auch Balance und Beweglichkeit vor der Bewegung (Tempo).
Die Arbeit von Herrn Weiß ist für mich leider nicht nachvollziehbar. Nur kurz warum: Ein Pferd kann nicht im Kreis in korrekter Stellung und Biegung laufen von Natur aus. Es balanciert sich in Außenstellung aus. Wenn ich also nur am inneren Zügel arbeite und den äußeren Zügel zunächst vernachlässige, jage ich das Pferd von vorne herein auf das innere Vorderbein. Dazu kommt, dass bei dieser Art der Zügelarbeit stets das Gebiss nicht korrekt in der Mitte des Mauls liegen kann, denn jedes Pferd hat seine hohle und seine Zwangsseite. Spätestens auf der Zwangsseite habe ich soviel Druck auf dem inneren Zügel, dass das für mich fatale Folgen im Maul hat. Die Pferde in dieser Gruppe fielen entweder auseinander (der Hengst von dem Niederländer - der Rücken schwang von oben nach unten, nicht umgekehrt), oder sie gingen auf der Vorhand, sie z.B. das größere braune Pferd. Sorry, nicht mein Ding.
Da ich - und mittlerweile auch schon Kunden/Reiter von mir, da ich natürlich berichtet, beschrieben und an meinen Pferden demonstriert habe - also das Seminar vom Grund her sehr interessant fand, möchten wir gerne in  Bückeburg weiter mit guter und interessanter Tätigkeit unseren Wissensdurst stillen. Ich freue mich auf eine gute Atmosphäre und eine sicherlich interessante Veranstaltung und vor allem auf gemeinsames fachsimpeln.
In diesem Sinne...liebe Grüße an Ihren Gatten und Tochter, Ihre Carmen Hanken


Oktober 2009
Liebe Familie Krischke, sehr geehrte Damen und Herren aus dem Team um das Seminar „Kein Blatt vor den Mund“, 
mein Mann und ich haben an dem genannten Seminar teilgenommen und möchten auf diesem Wege gern von unserem Eindruck berichten. 
Vielen Dank zunächst für diesen sehr anregenden Tag. Diese Seminarform erlebten wir als kontrovers und doch harmonisch. (Eine beheizte Reithalle – für den Teilnehmer Luxus pur.) 
Christin Krischke hat mit ihrem Rückblick auf die Geschichte verdeutlicht, dass der Mensch in grauer Vorzeit schon einmal bereit gewesen ist, sich auf einen denkenden Partner Pferd einzulassen. Es ist vermutlich gar nicht so vielen Teilnehmern sofort bewusst geworden, wie wenig wir Reiter heute tatsächlich bereit sind, unser Pferd auch selbst so zu behandeln und zu fördern – als einen Partner, der mitdenkt. 
Herr Dr. Stodulka hat diesen Faden im Prinzip aufgenommen, als er erläuterte, wie viel Schmerz ein Reiter durch ständigen Druck auf den Zügel seinem Pferd zufügt. Ein sehr klares Statement eines Wissenschaftlers. Wir empfanden es überhaupt als sehr angenehm, dass Herr Dr. Stodulka in seinem Vortrag nicht bei Adam und Eva angefangen hat, sondern dass sein Vortrag sich vor allem kurz und doch prägnant auf die speziellen Aspekte Bauchers bezog. Selbstverständlich hatte man hier einen Routinier im Vortrag, dennoch ist es nicht jedem gegeben wie Herr Dr. Stodulka es verstanden hat, auf charmante Art das Thema fachkundig und doch für das Auditorium verständlich zu erläutern. Wir waren wirklich gespannt auf diesen Seminarteil und wurden nicht enttäuscht. 
Dann die Vorstellung des Labiat. Wie mutig, ein „unfertiges Produkt“ sozusagen im Entwicklungsstadium zu präsentieren. Hut ab Wolfgang Krischke, das hätten sicherlich nicht viele Ausbilder gewagt. Jeder, der sich einem Pferd mit „Vergangenheit“ annimmt weiß, dass es normalerweise Wochen und Monate dauert, bis das Tier überhaupt bereit ist in neuer Umgebung unter einem neuen Reiter zuzuhören und zu lernen. Hier kommt erschwerend auch noch eine völlig andere Reitweise dazu. Von daher hat es uns verblüfft, wie weit der junge Hengst schon ist. Sehr spannend. 
Was uns verwundert hat, war die hohe Halsposition. Nun haben wir Wolfgang Krischke ja schon öfter im Umgang mit Pferden und in seiner Ausbildungsarbeit erlebt und das entspricht eigentlich nicht seinem üblichen Ausbildungsstil. Sollte dies dem Thema Baucher geschuldet sein, so wäre es schön gewesen, wenn Herr Dr. Stodulka hier stärker erklärend begleitet hätte. So blieb dieses Detail eher störend im Raum hängen. Unser Eindruck war leider, dass manche Zuschauer zum Beispiel nur die hohe Hand sahen und nicht, wie ausgesprochen weich und nachgiebig sie geführt wurde. Die Menschen schienen sich an einzelnen Aspekten aufzuhängen, unfähig das Gesamtbild zu sehen. Dabei denken wir an die Bemerkung über die Ohrspeicheldrüse, die bei unserem eigenen Pferd zum Beispiel fast nie verschwand, obwohl zufrieden, entspannt und ausgeglichen. Labiat wirkte auf uns so, wie ein 5-jähriger sein sollte: aufgeregt, nervös wegen der ungewohnten Situation, aber in der Aufgabe mit zufriedenem Gesichtsausdruck und aufmerksam seinem Reiter zugewandt. Er scheint bemüht, seinem Ausbilder alles recht zu machen und man glaubt, dass er Spaß an dieser Arbeit hat. Sichtbares Ergebnis sind die ersten Tritte in der Piaffe. Diese Punkte sprechen für den Pferdemann Wolfgang Krischke und die Reitweise, die er vertritt. Es wäre schön gewesen, wenn die Fachleute Herr Dr. Stodulka und Herr Weiss diesen Punkt dem Publikum gegenüber hervorgehoben hätten. 
Dann wurden wir ja in die Mittagspause entlassen, die uns mit 90 Minuten erst recht lang vorkam. Leider brauchte man diese Zeit tatsächlich, um etwas essen zu können, da die Gastronomie in Bückeburg auf den plötzlichen Ansturm von ca. 130 Personen offensichtlich nicht vorbereitet war. Vielleicht könnte man für spätere Termine einige wenige Restaurants aussuchen, denen die Teilnehmer avisieren und den Seminarteilnehmern einen etwas genaueren Lageplan zukommen lassen. So kann der Teilnehmer immer noch von der Vielfalt der Gastronomie profitieren, seinem Geldbeutel entsprechend wählen, kommt aber besser mit der Zeit hin. 
Aber nun, wir sind zurecht gekommen, wurden satt und freuten uns auf den Nachmittag. Es macht Mut zu sehen, wie die junge Rebecca den Schimmel ritt. Zum einen, weil die Hofreitmeister auch am eigenen Nachwuchs noch verbessern, das lockerte die Stimmung, aber vor allem, weil das Pferd eben nicht körperlich optimal gebaut ist. Die wenigsten Reiter können ein „Pferd ohne körperliche Fehler“ ihr eigen nennen. Hier konnte man sehen, wie es sein muss: immer weiter an sich selbst arbeiten, den Kollegen Pferd mit seinen Möglichkeiten annehmen und optimal fördern, dann wird man auch zum Beispiel mit einer so wunderschönen Pesade beschenkt. 
Zurück zum Thema Baucher und zum Vortrag des Herrn Weiss. Uns selbst hat dieser Abschnitt nicht so viel gegeben. Unabhängig von der Reitweise – ob klassisch barock oder nach der FN – haben wir bei Herrn Weiss eine Kernaussage vermisst. Wir empfanden im Hinblick auf den Ausbildungsstand der Pferde und Reiter diesen Teil des Seminars eher als Rückschritt, ohne dabei die Bemühungen der Akteure schmälern zu wollen. Herr Weiss hat auf sympathische Art versucht, sein Ideal eines gesund gerittenen „haltbaren“ Pferdes darzustellen. Es ist auch positiv zu vermerken, dass Herr Weiss aufgezeigt hat, wo der „Otto-Normal-Reiter“ Übungen des Baucher einbauen kann. Aber geschichtlicher Abriss, Vortrag Dr. Stodulka über Baucher und Umsetzung dieser Theorie auf hohem Niveau und dann Lektionen, die dem Schenkelgehorsam dienen – das war keine Steigerung im Ablauf. Die Pferde schienen von ihrem Ausbildungsstand her noch nicht mit Lektionen der Klasse S bzw. der hohen Schule vertraut zu sein. Somit war auch ein direkter Vergleich der Reitweisen sowie der Auswirkungen von Bauchers Theorien auf die unterschiedlichen Reitweisen für uns so nicht möglich. 
Der Großteil des Publikums schien sich aber hier viel mehr zuhause zu fühlen. So mussten wir uns fragen, welcher Art das Publikum denn so gewesen ist. Vielen schien ein vorwärts - abwärts gerittenes Pferd zur Not auch auf der Vorhand und hinter der Senkrechten einfach ein vertrauteres Bild zu sein. Das entspricht nicht einmal dem Ideal, das Herr Weis selbst beschrieb. Manche Teilnehmer konnten sich nur schwer mit der von Familie Krischke aufgezeigten Philosophie, ein Pferd mit Leichtigkeit zur hohen Kunst zu führen, anfreunden (Kunst ist keine Wettkampfleistung). Aber es waren natürlich auch wieder ganz viele interessante und spannende Menschen dabei. Einige haben übrigens die Veranstaltung für Eigenwerbung genutzt, vor der Halle wurde uns beispielsweise Werbematerial in die Hand gedrückt. Das kam uns seltsam vor und wir denken, das sollten die Veranstalter wissen. 
Fazit: Wir haben den Tag genossen, durften uns in vielen Dingen bestätigt fühlen, haben viel dazu gelernt. Die Referenten wirkten in der Summe erfreulich frisch und ehrlich. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, wir kommen gerne wieder. 
Über den Labiat haben wir uns sehr gefreut. Seine Fortschritte sind bemerkenswert. Wir bedauern nur schon heute den kurzen Zeitraum, den man für dieses „Experiment“ angesetzt hat. Es wäre, wenn bei der Gelegenheit eine Bitte erlaubt ist, so besonders schön, wenn man den Zeitraum – wir sind mal gleich ganz vermessen – auf unbestimmte Zeit verlängern könnte. Dem Tier in dieser Konstellation würde man sicher am ehesten gerecht. Und der Hengst könnte im Rahmen einer Hofreitschule zum Botschafter seiner Rasse werden. 
Die besondere Atmosphäre der Bückeburger Hofreitschule, geprägt durch Familie Krischke in ihrem fachkundigen und liebevollen Umgang mit den Pferden und allen anderen Vierbeinern, hat uns wieder gut getan. Vielen Dank also hier den Gastgebern. 
Mit freundlichen Grüßen 
Katrin und Nigel Palmer 
 


Oktober 2009
Sehr geehrte Frau Sonntag, 

Ich möchte ihnen danken für die Organisation dieses guten Seminars in der Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg. Sie haben es wieder einmal geschafft sehr kompetente Fachleute zum Thema Reitkunst an einem Ort, für solch ein gut gewähltes Thema zu gewinnen.  Deutlich wurde an diesem Tag, dass es Zeit wird sich nicht mehr im dogmatisches Wissensspektrum einzelner Reitausbilder zu verlieren, sondern Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen, wissenschaftlich zu ergründen, medizinisch zu begutachten und mit Blick über den eigenen Tellerrand bereit sein, zu Wohle des Pferdes gemeinschaftlich gute und schonende Ausbildungswege zu suchen. Deshalb hat es mir sehr gefallen, dass sich unterschiedliche Kompetenzen in Bückeburg eingefunden haben, um sich gegenseitig in ihren Überlegungen zu vernetzen.  Sehr beeindruckt hat mich die klare Aussage/Formulierung von Christin Krischke, wonach ein intelligenter , nachdenkender Mensch über eine Moralvorstellung verfügt sollte, die automatisch keinen Zwang bzw. Gewalt in der Ausbildung eines Lebewesens zulässt, welches mal liebt und verehrt.  Heute machen wir uns intensiv Gedanken über Anwendung oder nicht Anwendung von Hilfsmitteln, versch. Sätteln , Gebissen..., wo es doch schon vor vielen hundert Jahren Reiter gab, die keinerlei Zubehör besassen und ihren Sitz, ihre Hilfengebung so perfektioniert hatten, dass sie ein Pferd gehorsam an den Hilfen stehend reiten konnten. Tolles Grundlagenwissen, über welches bislang viel zu wenig referiert wurde, welches jedoch aufzeigt, dass mangelnde eigene körperliche Schulung im Sitz- und Reitverhalten gern durch den Einsatz von ausbindenden Hilfsmitteln vertuscht wird. Hervorragendes geschichtliches Hintergrundwissen welches die Fam. Krischke gut verständlich und nach vollziehbar referiert hat. Vielen Dank für diese tolle Gedankeneingabe ! Es zeigt wieder einmal, welch gutes Auge und Gespür sie haben, herausragende Reitermenschen zu erkennen, auch wenn sie aus unterschiedlichen Sparten der Reiterei kommen. So wie sie die Arbeit von Dr. Heuschmann unterstützen, haben sie weitere Menschen gefunden, die gute "Stimmen der Pferde" sind. Dazu gratuliere ich Ihnen sehr.

Resümee:

Sehr gute Veranstaltung, gut ausgewählte Reiter und Pferde , guter Vortrag von Dr. Stodulka. Hätte mir mehr Einzelkorrektur der aufgerollten Pferde von Herrn Weiß gewünscht. Beim nächsten Mal können die typisch deutschen Fehlergucker, die immer das "Haar in der Suppe suchen" weg bleiben, denn wir arbeiten nun mal mit lebenden Wesen und selbst unser menschlicher Herzschlag ist nicht immer exakt im Takt. Lieben Gruß, Regine Steffan Physiotherapeutin und Pferdeliebhaberin



Bad Arolsen, der 11.10.2009 Gedanken zu Labiat
Labiat unter Herrn Krischke habe ich sowohl in der Celler Hengstparade als auch im Seminar mit Herrn Dr. Stodulka in Bückeburg erlebt. Die Geschichte des Hengstes berührt mich sehr, zumal ich Reiterin und Besitzerin eines sogenannten unreitbaren Pferdes bin, das trotz hoher Veranlagung im Sport nicht zurecht kam und über die klassische Arbeit im Reitinstitut von Neindorff mit Unterstützung des damals noch lebenden Reitmeisters Egon von Neindorff zu sich selbst fand und bis heute in seinem nahezu 20. Lebensjahr noch täglich Leistung bringt. Zu diesem bis dato einmaligem Experiment, einen Hannoveraner Beschäler, der so wertvolle Blutlinien in sich vereint, nach der 2. Manier nach Baucher auszubilden, möchte ich Herrn Dr. Christmann gratulieren. Herr Dr. Stodulka hat zu dem Thema, einen beeindruckenden Vortrag gehalten und auch rational und sachlich die damit verbundenen Vorteile für die physische und psychische Gesundheit unserer Pferde geschildert im Gegensatz zu der heute im großen Sport propagierten Methode der „Hyperflexion“, die aus den Pferden gequälte Karikaturen macht. Ich möchte hier auch nicht pauschalisieren, es gibt Sportreiter, die den klassischen Grundsätzen folgen, leider aber dafür nicht entsprechend gewertet werden. Herr Krischke konnte bereits nach 2 Monaten, den Hengst mit deutlicher Ganaschenfreiheit und gut im Gleichgewicht präsentieren. Erste Ansätze zur Piaffe sind viel versprechend und lassen Großes erwarten. So spricht es doch auch für den noblen Charakter des Hengstes, zu seinem hervorragenden und gefühlvollen Reiter Vertrauen zu fassen und sich auf die Arbeit einzulassen. Viele mögen zwar auf die noch vorhandenen Fehler wie teilweise auftretende Verspannungen und die noch zum Teil sichtbare mangelnde innere Losgelassenheit des Hengstes hinweisen, aber man bedenke, es sind nur 2 Monate vergangen, seit Herr Krischke den Hengst in Beritt nahm. Ich sehe das Positive und ganz viel Potential. Und nun komme ich zu meinem Anliegen. 6 Monate sind eindeutig zu kurz! So wie ich Herrn Dr. Stodulka verstanden habe, ist diese Ausbildungsmethode für Pferde, die keine negativen Vorerfahrungen gemacht haben, auf diesen Zeitraum ausgelegt. Dies ist bei Labiat anders: Der Hengst hat eine Vorgeschichte und wird ergo mehr Zeit benötigen. Des weiteren sollte , um ein wissenschaftliches Experiment Evidenz basiert durchzuführen, der Zeitraum auf mindestens 2 Jahre angehoben werden, um die Beobachtungen entsprechend einschätzen und verwerten zu können. Und nicht zuletzt ist Labiat nicht nur ein wissenschaftliches Experiment, sondern ein fühlendes Lebewesen, das der Liebe und Zuwendung bedarf. Diese erhält er eindeutig bei der Familie Krischke. Ich werde nicht vergessen, wie Frau Krischke, die ihren Mann an diesem Tag bei der Piaffearbeit erstmalig „von unten“ unterstützte, ihre Hand auf die Kruppe des Hengstes legte und dieser vertrauensvoll und ruhig stehen blieb. „Klassische Reitkunst ist hier wahrhaft sichtbar gemachte Liebe“ Und zuletzt: Wäre es nicht wundervoll, wenn Labiat die Chance bekäme, zu einem vollkommenen Schulhengst heranzureifen? Dies wäre ein weiterer Beweis für die hervorragende Zucht des Hannoveraner Pferdes. Und zudem ein Ansporn für die Sportreiter, mit ihren Pferden vielleicht ähnliche Wege zu beschreiten und die Methode des Zwanges endlich hinter sich zu lassen. Vielleicht besteht die Möglichkeit, über einen zu gründenden Fond die Ausbildung des Hengstes weiterhin bei der Familie Krischke zu finanzieren. Ich jedenfalls wäre dabei. Ich bedanke mich, dass Sie sich Zeit genommen haben, meine Zeilen zu lesen.
Hochachtungsvoll, Christine Schneider
 


Sehr geehrtes Ehepaar Krischke,
ich möchte mich auf diesem Wege noch einmal bedanken für das wirklich gelungene Seminar. Ich habe ganz viel mitnehmen können und mich auch total darüber gefreut wie Ihr Umgang mit den Pferden war. 
Auch ich bin der Meinung, dass man Höchstleistung nur dann bekommt, wenn man den Raum dafür lässt. Ich selbst komme aus der autodikakten Ecke. Das heißt, ich suche mir meine Lehrer danach aus, wie fair man mit den Tieren umgeht, die man sich da anvertraut hat. Und die Idee, Hilfen und deren Auswirkungen am gut ausgebildeten Pferd zu zeigen hat mir besonders gut gefallen, ist dies doch eine Spiegelung, die niemanden angreift, aber jeden überzeugt. Charmanter kann man kaum eine deutliche und faire Kritik anbringen. Auch die immer wieder besorgten Äußerungen, "Jetzt verwirren wir ihn aber, komm, mach es noch mal richtig!" zeigen, dass Fehler eben fast immer auf Seiten des Reiters liegen. 
Viel Neues über die alten Reitmeister habe ich gelernt. Gueriniere kannte ich bereits über Claus Penquitt, der diesen als Vorbild nahm, aber Baucher scheint eine gute Ergänzung und Erweiterung zu sein. Mal sehen. Habe mir das Buch bestellt.  Lange Rede kurzer Sinn, noch einmal vielen Dank für all die Informationen und die dadurch neu gewonnenen Erkenntnisse. Mit freundlichen Grüßen, Petra Klages, 27.7.2009



Februar 2009 
Liebe Christin,
Das hört sich schon beeindruckend an - das Konzept des EDRR. Die Worte "...der alten Meister mithilfe edler Pferde für jedermann nachvollziehbar umgesetzt werden..." haben mich daran erinnert, dass ich schon länger mit dir von meinen Erlebnissen in der "Anderswelt", d. h. der Welt außerhalb der Hofreitschule und der Reitkunst sprechen wollte.
Wenn ich mit "Otto Normalverbraucher" - Reitern über die Seminare in der Hofreitschule gesprochen habe: "Komm doch auch, ist schön und lehrreich!" habe ich oft folgende Antworten gehört: "So weit bin ich noch nicht", "Viel zu hoch für mich", "das kann mein Pferd nie" usw. Diese Reiter fühlten sich von der Agenda nicht angesprochen. Dabei sind es doch nur schönere Worte als profanes "Biegung und Schulterherein" (Die Schulen bey der Erden) oder "Spanischer Schritt, Passage und Piaffe" (Kunstgangarten). Es fiel mir nicht leicht, diese durchaus auf ansprechendem Niveau reitenden Damen (die Herren machen sich ja rar), für die Seminare zu begeistern. Leider habe ich auch Unschönes gehört wie "Kostümgedöhns", "Elitär und teuer" und "Antiquiert und angestaubt" - doch, wie überall im Leben, ist in der Kritik oft - nicht immer - ein kleines Fünkchen Wahrheit zu finden.
Ja doch, ihr habt die barocke Reitkunst zum Leben erweckt, seit ganz und gar, mit Leib und Seele, eingetaucht in den Nebel der Geschichte und habt das schier unmögliche vollbracht: echte, alte Reitkunst zum Anfassen, zum Miterleben, wieder auferstehen lassen.
Dr. Stodulka war einer der wenigen, der die ganze Bedeutung dieser fantastischen Arbeit erfassen konnte. Nun ist es an der Zeit, dieses kostbare Wissen an alle Reiter weiter zu geben. Die Welt ist im Wandel, so auch die Sprache. Begrüßt die aus der "Anderswelt" und ladet sie ein, mit Worten, die sie verstehen und die sie neugierig machen. Die Inhalte der Seminare sind total richtig, spannend und begeistern die, die den Weg ins historische Reithaus gefunden haben. Die, die draußen bleiben, haben nur den Ruf nicht verstanden.
Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe, aber der Spruch "Fortschritt ist das bewährte Alte mit neuen Erkenntnissen zu etwas Besserem zu gestalten" klingt mir oft in den Ohren. So auch, wenn ich an die schöne Reitkunst und die Biomechanik denke - eine Kombination wäre ein echter Fortschritt zum Wohle der edelsten Geschöpfe dieser Welt. Sowohl als auch ;-)
Ganz liebe Grüße,
Marion



Nachbericht Seminar "Kunstgangarten" 7.2.09
Die Hofreitschule war schon von der Bundesstraße ausgeschildert und ich habe das Schloss gut gefunden. Für den Parkplatz sollte ich leider Parkgebühren bezahlen, dann bin ich auf Anraten eines Anwohners auf die "Parkpalette" nahebei gefahren und konnte dort kostenlos parken. Der Fußweg war genauso weit oder besser gesagt kurz, wie vom Touristenparkplatz aus.
Der Marstall war noch geschlossen, öffnet nämlich erst um zehn, und da ich zum Seminar pünktlich ankommen wollte und mit dichterem Verkehr gerechnet hatte, war ich gut eine halbe Stunde vor Beginn vor dem Reithaus. 
Der Weg wurde mir von zwei großen rollbaren Pferdeskulpturen gewiesen, einem Friesen und einem Lipizzaner, offensichtlich werden die Werbeträger in Bückeburg abends in "Sicherheit" gebracht um sie vor randalierenden Jugendlichen im nächtlichen Schlosspark zu schützen.
Beim Öffnen der großen offenbar uralten, schweren Eingangstür drang mir Kaffeeduft und angenehme Wärme entgegen, das Reithaus war schon zwei Stunden zuvor mittels eines nur außerhalb des Gebäudes hörbaren Heizbrenners aufgewärmt worden. Die freundliche Dame im Foyer, die meinen Namen auf einer Liste fand und mir die Seminargebühr abnahm, drückte mir mit einem beherzten Durchwinken ins Reithaus ein zwölfseitiges Dossier und ein Freiexemplar des Magazins "Hofreitschule" in die Hand.
Vor mir tat sich ein beeindruckender palastartiger Reitsaal auf. Rechts eine mit Holzsesseln bestückte Zuschauertribüne, die Nummerierung reichte bis 152 und gleich vor mir ein üppig gedecktes Frühstücksbüffet. Ich dürfe mir gerne schon einen Kaffee oder Tee nehmen, begrüßte mich eine attraktive Dame im barocken Gewand, "Guten Morgen. Christin Krischke" stellte sie sich vor.
Vor einigen der Sitzplätze waren passende Tische aufgeschraubt, der mittlere trug ein Schild "reserviert für Dr. Stodulka" und ich begann wieder diese große Vorfreude zu verspüren, die mich seit meiner Buchung vor 4 Wochen öfter beschlichen hatte.
Leise dudelte barocke Lautenmusik und vervollkommnete die heimelige Atmosphäre. Immer mehr Gäste trudelten ein und legten die schweren Wintermäntel ab, man hatte offenbar wie ich die Heizung unterschätzt und sich sibirisch vorbereitet. 
Mit einer Viertelstunde Verspätung, die wir einigen Verspäteten zu verdanken hatten, betrat ein Dutzend Reiter die säuberlich in Streifen geharkte Reitbahn und nahm Aufstellung uns Gästen gegenüber. Christin Krischke begrüßte uns, stellte uns die elf Reiter an diesem Tag mit Namen und dazugehöriger Pferderasse vor und eröffnete das Frühstücksbüfett.
Eine Viertelstunde später hörte man nur noch zufriedenes Schmatzen du das Klappern von Besteck. Christin Krischke stellte sich vor uns auf und begann die angekündigte theoretische Einleitung. Sie wolle diesmal keinen geschichtlichen Überblick geben, dafür habe sie uns ganz hinten im Dossier ein umfangreiches Glossar zur Verfügung gestellt, sie wolle diesmal über die Begrifflichkeit "Reitkunst" sprechen.
Sehr interessant und in der üblichen ausgesprochen kurzweiligen Art referierte sie über die Wortbedeutung von "Kunst" im Allgemeinen, über Kunstsparten und kam dann auf die "Veredelnden Künste", zu denen sie Kampfkunst, Kochkunst, einige andere und eben auch Reitkunst zählte. Ich fand das sehr spannend, weil ich mir darüber noch nie so genaue Gedanken gemacht hatte und erst jetzt zu verstehen begann, dass "Kunst" eigentlich nicht nur das fertige Kunstwerk, sondern auch den Prozess der Entstehung desselben umfasst. Nun schilderte sie, was sich die Hofbereiter in Bückeburg unter "Reitkunst" vorstellen, das konnte ich alles nachvollziehen und wäre nach ein bisschen Grübeln sicherlich zu ähnlichen Aussagen gekommen. Schön fand ich den Ansatz, dass Reitkunst spartenunabhängig sei. Anschließend beleuchtete sie die Hintergründe "barocker Reitkunst" und hier beeindruckte mich vor allem die Aussage, dass barocke Reitkunst mittels ihres Ursprungs in der Kriegsreiterei anzuwenden und zu überprüfen sein soll.
quot;Zielsetzung" nennt sich die einleitende Demonstration von diesmal vier Pferden, die dazu dienen soll, den Gästen ein "Inneres Bild" der Seminarziele zu vermitteln. Da das Seminar "Kunstgangarten" hieß, war ich nicht überrascht, schöne Piaffen, Passagen und Spanischen Schritt zu sehen. Immer wieder verblüffen mich allerdings Pferde, die in Mezair oder Courbetten zu springen vermögen, wie der 17-jährige Berberhengst Raisulih. Christin selbst zeigte ihren achtjährigen Lusitano, Dianas Lipizzaner und der Knabstrupper von Rebekka waren genauso jung. Ich fühlte mich herrlich vorbereitet du mein Wissenshunger brannte.
Es folgte eine kurze Rassebeschreibung jeder Barockpferderasse mit Vorstellung eines Exemplars an der Hand, wobei Krischkes auch einen Friesen und einen Kladruberhengst zeigten, die die Hofbereiter als barocke Karossiers bezeichnen und nicht zu den eigentlichen barocken Reitkunstrassen zählen. Die Unterschiede zum Berber, Lusitano, P.R.E., Knabstrupper, Lipizzaner und Geneten waren deutlich zu erkennen. Eine Pracht, hier neun der schönsten Exemplare ihrer Rassen in einer Bahn zu sehen.
Die erste Reiterin war ein Gast aus Holland, eine Reitschülerin, die die Hofreitschule zum zweiten Mal zum Unterricht besuchte. Man konnte deutlich sehen, dass sie ihren reiterlichen Ursprung in der Sportreiterei hatte, ein großer Kontrast zu den zuvor gezeigte Bildern. Frau Krischke zeigte die einzelnen Unterschiede in der Handhabung von Zügel und Sporen, die korrekte Gewichtsverlagerung und erreichte zumindest vorübergehend sichtbare Erfolge im Wohlbefinden des Andalusierhengstes. Die überkreuz geführten Zügel der Kandare mit Unterlegtrense bat sie, nach historischem Vorbild oben und unten zu führen, was schon nach anderthalb Runden wieder verloren ging. Auch das ständige rhythmische Sporenstechen, dass Christin Krischke mit dem Kurzkommando "Autsch-autsch-autsch" kommentierte, konnte nicht gänzlich abgestellt werden und so wird dieser Dame, so glaube ich, noch ein langer Weg bis zur Leichtigkeit der Hilfen und zur Reitkunst bevorstehen.
Als Zweites sahen wir eine Reiterin aus Melle mit ihrem Friesen, die uns als hochbegabte Pferdemalerin vorgestellt worden war. Dass Christiane auch reiterlich nicht minder begabt war, davon überzeugten uns die folgenden zehn Minuten. Einen ganz offensichtlich recht dickfelligen Friesen in so anmutiger Leichtigkeit habe ich wirklich selten gesehen, man konnte merken, dass dieses Pferd mit einigen Lektionen tatsächlich an seine körperlichen Grenzen stieß, was uns Wolfgang Krischke bei der Vorstellung der Karossiers ja schon angekündigt hatte. Um die Sitzhilfen, die in den vorangegangenen Seminaren erklärt wurden zu wiederholen, wurde Christiane mit Galopppirouetten konfrontiert, einer Lektion, die ihr sichtbar schwer fiel. Dank einleuchtender und verständlicher Korrekturen, brachte es der Friese auch eine halbe sehr gesetzte und kadenzierte Pirouette. Spontaner Szenenapplaus unterstrich die Leistung.
Christin Krischke wollte uns als nächstes die Gewichtshilfen und die Wichtigkeit des "Inneren Bildes" noch einmal vor Augen führen. Die 17-jährige Elevin Isabell kam in hübschem Reitkostüm auf dem mit Damensattel gesattelten 18-jährigen Geneten dafür zum Einsatz. Lediglich Traversalen wurden dazu geritten und bei jeder zweiten Traversale "beraubte" Christin ihre junge Schülerin einer weiteren Hilfe, bis Isabell schließlich einhändig ohne Gerte Traversalen zu beiden Seiten trabte.
Hier begannen Krischkes, uns auf den selbstzufriedenen Gesichtsausdruck ihrer Pferde aufmerksam zu machen, der mich den ganzen Tag verfolgen sollte.
Mit dem zweiten Pferd der Dame aus Holland, einem achtjährigen P.R.E. demonstrierte Wolfgang Krischke die Anfänge der Ausbildung zum Spanischen Schritt. Der Hengst stellte sich recht gut an, obwohl er vom Phlegma bestimmt nicht immer dem Zuchtziel entspricht. Bald schon genügte ein kräftiges Schnalzen und er stampfte mit dem Huf in hohem Bogen durch die Luft.
Der weißgeborene Knabstrupperhengst Pares ist mit seinen 16 Jahren schon ein "alter Hase" im Dienst in der Hofreitschule und hatte sichtlich Mühe, statt dem sonst doch stets gewünschten Spanischen Schritt hier und jetzt unter Isabell die Polka zu zeigen. Erst als das Mädchen laut "eins-zwei-hopp" vor sich hinzählend, ihr Inneres Bild gefunden hatte, stolzierte der Strahlendweiße im Walzerschritt durch die Bahn. 
Weniger kooperativ zeigte sich der bildschöne braune P.R.E.-Hengst von Regine, einer Reitschülerin der Hofreitschule, die seit 3 Jahren in Bückeburg lernt. Immer wieder tauchte der Hengst unter und hinter den Zügel ab und der Hofreitmeister hatte Mühe, die Hilfen der Reiterin so leicht zu machen, dass das Pferd wieder mitmachte. Aber auch hier waren die Anweisungen klar, nachvollziehbar und wirkungsvoll. Wer immer von den Zuschauern einen "Abtaucher" zu reiten bekommen wird – er wird sich an die aufwärtsgerichteten Zupfer dieses attraktiven Reiterin-Pferd-Teams erinnern.
Wie eine Kneippkur wirkte dagegen nun die kurze Reprise unserer bekannten aus Holland, die mit ihrem älteren P.R.E. an der Piaffe arbeitete. Das Pferd wirkte unzufrieden mit der blanken Kandare und geriet wegen der rabiaten Zügelhandhabung immer wieder über den Zügel. Nachdem dieses Problem ausführlich beleuchtet und durch ständiges verbales Korrigieren eingedämmt war, ließ Christin Krischke die Reiterin rasch aufeinander folgende Übergänge von Renvers zu Travers und so weiter im Schritt reiten. Hinter der dritten Ecke bot der Wallach spontan vier zauberhafte Piaffetritte an, Reiterin und Ausbilderin lächelten über beide Backen. Noch einmal ließ Frau Krischke demonstrieren, welche Probleme das Pferd bei der Piaffe aus dem geradeaus hat: Es stampft mit den Hinterbeinen übertrieben und ruht sich vorne auf beiden Beinen stehend aus. Und dann folgte die Korrektur mittels Renvers-Travers-Mobilisierung. Geniale Idee, fand ich.
Kneipp verschrieb uns jetzt "Goldi", das unglaublichste Pferd, das die Hofreitschule aus meiner Sicht besitzt. Dieser Palominohengst ist ein neunjähriger Lusitano und macht alle Lektionen aufwändiger, angeberischer und bemühter als jedes andere Pferd, das ich kenne. Der coole und irgendwie aristokratische Gesichtsausdruck erschließt sich jedem, der dieses Tier einmal gesehen hat. Herr Krischke zeigte uns dieses Pferd in der Handarbeit und erklärte in groben Zügen, worauf es bei dieser art der Ausbildung ankommt. Piaffe-Passage-Übergänge und einen Spanischen Schritt, der durch den gesamten rotgoldenen Körper wogte belohnten uns für das Interesse.
Immer wieder stellen Gäste Fragen und nach jedem Seminarschritt fragen die Hofbereiter nach, ob sie alles gut erklärt haben. Ich fühle mich verstanden und frage selber ein-, zweimal etwas nach. Jedes Mal bekomme ich freundliche, erschöpfende Antwort.
Da wir eine halbe Stunde in der Zeit zurück hingen, gestalteten Krischkes das Programm ein wenig um und orderten die "Bahnplaner" in das Reithaus. Ein bisschen entsetzt war ich schon, dass damit die beiden Friesen gemeint waren, aber langsam ging mir auf, dass die Hofbereiter ihre friesenreitenden Schüler gerne ein bisschen aufziehen, jedenfalls schien ihnen das keiner übel zu nehmen. Gleichzeitig mit den Friesen kam noch ein andalusischer Rapphengst in die Bahn, das "Suchbild mit P.R.E.", wie Christin es nannte war sehr schön anzuschauen. Es wurde nacheinander an Piaffen gearbeitet, jedes Pferd hatte andere Talente und hier kam wirklich das volle Spektrum der möglichen Hilfengebung zum Tragen, sehr informativ. Diana Krischke zeigte mit dem 7-jährigen Spanier Anfänge einer spektakulären Passage und bilderbuchmäßige Piaffen. Ralfs etwas triebiger Friese wurde mittels Galopp-Piaffe-Galopp-Reprisen munter gemacht und zeigte bei etwas rückständigem Vorderbein eine taktreine Piaffe. Auch von Christianes Friesen sahen wir beachtliche Piaffen, die Frau Krischke vom Boden aus durch Berühren mit der Touchiergerste an unterschiedlichen Körperstellen veränderte und somit eindrucksvoll die Hilfengebung vom Boden aus illustrierte.
Das anschließende Mittagessen nutzte ich, um mich mit einigen der anderen Seminarteilnehmern zu unterhalten, das Essen war köstlich, aber ich war noch ganz schon satt vom ausgiebigen Frühstück. Von meinen Gesprächspartnern hatte keiner ein echtes Barockpferd, doch bemühten sich alle mehr oder minder um barocke Reitkunst, sogar aus dem Allgäu waren zwei Damen angereist und allgemein zeigten sich alle mehr als begeistert von dem Seminar in Bückeburg.
Nun endlich war es so weit, die Rollläden verdunkelten das Reithaus, eine ich schätze 4x6 Meter große Leinwand von der 9 Meter hohen Holzdecke herabgelassen und der Beamer in Position gebracht. Dr. Robert Stodulka, Tierarzt aus Wien, Universitätslektor, beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Veterinärmedizin, Fachtierarzt für Physiotherapie und Rehabilitationsmedizin trat in die Bahn und hielt einen seiner berühmten und hochgeschätzten Fachvorträge. Auf mich wirkt die Wiener Mundart immer sehr launig und Dr. Stodulka war mir spontan sympathisch. Unser Gast aus Holland hatte größere Schwierigkeiten, ihn zu verstehen.
In sechzig spannenden Minuten führte er uns durch das Leben Francois Bauchers und konnte einige allgemeine Vorurteile ausräumen, die zum Beispiel daraus resultieren, dass nur Bauchers frühe Werke ins Deutsche übersetzt wurden, die "Zweite Manier" aber, die seinen eigenen Lernweg abschließt und die "Leichtigkeit der Hilfen" formuliert, ist noch immer allein in französischer Sprache zu haben. Auch verstand ich jetzt, dass man im Frankreich zu Bauchers Zeit einfach davon ausging, dass ein Pferd vorwärts läuft, das Erklären treibender Hilfen, wie wir es heute so oft hören, entbehrlich war.
Der gesamte Vortrag machte den Eindruck intensiver Recherche, fundierten Fachwissens und großen persönlichen Engagements, vor allem, als Dr. Stodulka begann, über die Kernaussagen Bauchers zu berichten. Selbiger ging nämlich davon aus, dass sich jegliche Form von Verspannung, Schwäche oder Unwillen eines Pferdes in seinem Umgang mit dem Gebiss widerspiegelt. So erkannte er, dass dieses Prinzip umkehrbar war und man durch Manipulation des Mauls den gesamten Körper und die Psyche auf das Reiten vorbereiten und Widerstände abbauen kann.
Eindringlich demonstrierte er mithilfe von Röntgenbildern, Zeichnungen und Fotos, wie sich der Unterhals spannt, wenn die Zunge sich vor Schmerz zusammenzieht.
Die erklärten Lockerungsübungen des Mauls, die er "Maularbeit" nennt, zeigte er uns dann an dem jungen holländischen P.R.E. der die Dehnungen sichtlich genoss und vermutlich Hoffnung für ein neues Leben jenseits des Zügelziehens schöpfte.
Eine dreiviertel Stunde hingen wir nun in der Zeit hinterher, so raffte Christin Krischke ihren zweiten Theorieteil ein wenig und erklärte uns die Bestandteile des Dossiers, damit wir auch zuhause noch ein bisschen reflektieren könnten. Zeichnungen aus ihrer Feder zeigten schön, wie einhändige Zügelführung funktioniert, wie man nachzugeben hat und wie man die Höhe des Genicks einstellt.
Besonders schön fand ich die unter Berufung auf Philippe Karls "Irrwege der modernen Dressur" vorgestellten Gewichtsverteilungen von Vor- und Hinterhand bei verschiedenen "Arten" der Piaffe. Dass man bei überzäumtem Hals, rückständigem Vorderbein und hinten ausgestellter Hinterhand gut 175Kilo mehr Gewicht auf die Vor- als auf der Hinterhand verlagert hat mich schon ein wenig verstört. Besonders, als wir dann eine ganze Galerie von unterschiedlichsten Piaffebildern vorfanden und mir bewusst wurde, dass eine biomechanisch gesunde Piaffe eine tatsächliche "Kunst" ist.
Als die Hofbereiter nun mit den Kunstgangarten im Galopp begannen, kam Leben in unseren Ehrengast Dr. Stodulka. Es war offensichtlich, dass er sich auf diesen Bestandteil sehr gefreut hatte.
Und es war wieder dieser unwiderstehliche "Goldi", mit dem diese spektakulären und so urtümlich wie typisch barocken Lektionen begannen. Unter "Tummeln", so lerne ich, versteht man alle stark verkürzten Galoppsprünge, also das leicht versetzte Tèrre-à-tèrre genauso wie die hohen gleichmäßigen im reinen Zweitakt gesprungenen Courbetten und alle individuellen Nuancen. Wir sehen drei Arten, wie man den Pferden das Tummeln erklären kann, Goldi beherrscht sie alle. In munterem Galopp nähert er sich der nächsten Wand und verkürzt sich stark im Volltravers, indem er mit wenig Biegung im Zweitakt vorwärts seitwärts springt – tèrre-à-tèrre. Aus der Traversale biegt er am Pilaren auf eine enge Wendung im Kontergalopp ab und erhebt sich in hohe Courbetten um die goldbehängte einzelne Säule. Und aus der Piaffe beginnt er sich sanft im Mezair zu schaukeln, langsam vorwärts, dann nach rechts, wieder nach links, zurück nach rechts in die Mitte, abermals vorwärts, und dann bleibt mir die Spucke weg: auch rückwärts! Dr. Stodulka juchzt und beginnt stürmischen Applaus, in den wir alle einstimmen.
Seine reiterliche Vorbildung hat Marius Schneider bei Bent Branderup in der "akademischen Reitkunst" absolviert, er ist "Ritter der Reitkunst", so nennt sich Branderups Auszeichnung für seine besten Schüler. In der Hofreitschule holt sich der attraktive Mann "Feinschliff", wie er mir später erklärt. Und Feinschliff sehen wir jetzt mit dem Lusitanohengst Orpheo. Den Unterschied im Sitz zwischen Pirouetten, Mezair und Courbetten, es sind nur erschreckend kleine Änderungen, die zu immer noch schöneren Bildern führen. Da kann einem schon ein bisschen schwindelig werden.
br /> Hier, so Christin Krischke, trennt sich die Spreu vom Weizen, im Tummeln bestehen nur Reitkunstpferde. Dass zu diesen auch die nordafrikanischen Berber gehören, beweist uns jetzt Raisulih el Hadi, der algerisch gezogene Weltchampionhengst, der sich heuer etwas rundlich präsentiert, was ich wohlwollend auf sein zwar kurzes aber dichtes Winterfell schiebe. Wolfgang Krischke zeigt den Hengst am Langen Zügel, gibt auch hier einen Überblick über die Grobstruktur dieser Arbeit und zeigt Seitengänge, Spanischen Schritt, eine recht individuelle Piaffe, aber eine umso beeindruckendere Passage, Pirouetten, Galoppwechsel, Mezair, Courbetten und die Pesade zum Abschluss des Tummelns. Nach Anweisung in alten Schriften habe er sich dies angewöhnt, damit das Pferd ihm stets einen höheren Sprung anbietet, wenn es keine Lust mehr hat und nicht einfach "den Dienst quittiert". Raisulih wirkt alles andere als lustlos, er scheint sich an unserem Staunen zu weiden.
Mit ihm hat ein kleiner Rapphengst mit einem etwas weichen Mähnenkamm die Bahn betreten, die Elevin Rebecca zeigt auch ihn am Langen Zügel und ich erfahre, dass dies der Senior der Hofreitschule ist - zweiundzwanzig Jahre alt. Dafür: Hut ab! Eben dieser Senior entlockte dem Österreicher das nächste Jauchzen, einige echte, ganz tief gesetzte Levaden in hübschester Manier.
br /> Wie man die Schulen über der Erde schult, zeigten die Hofbereiter mit dem weißgeborenen Knabstrupperhengst Beryll. Der Achtjährige war ein hippologisches Experiment, er wurde komplett bis zur Piaffe am Langen Zügel ausgebildet und erst dann angeritten. Mit seiner Reiterin Rebecca wirkt er wie verschmolzen, wenn sein Trab auch manchmal die barocke Erhabenheit vermissen lässt. Nach dem obligatorischen Aufwärmen in Seitengängen reitet ihn Rebecca in die Bahnmitte, setzt zu drei schönen Piaffen an und hebt ihn schließlich in eine endlose Pesade. Ich erfahre, dass die hohe Pesade am Anfang aller Hebungen steht und sich daraus erst im Laufe der Jahre mit wachsender Kraft die Levade entwickelt und bewundere insgeheim abermals den zuvor gezeigten 22-Jährigen.
Die weitere Ausbildung von Beryll zum Kaprioleur zeigt und Wolfgang Krischke an der Hand. Ich habe das Gefühl, dass hier mehr gezeigt wird, als irgendwo sonst, jedes kleinste Geheimnis geben die Hofbereiter preis, zum Wohle der Pferde und damit auch andernorts die Ausbildung zwangloser wird.
br /> Rebecca hatte die Aufgabe, Beryll in der vergangenen Woche beizubringen, dass er bei Berührung der Gerte auf der Kruppe unter dem Sattel streicht, also auskeilt.
Jetzt wollte Wolfgang Krischke es an der Hand versuchen und tat gut daran, schön aufzupassen, die Freude des Hengstes an dieser Übung überbordete ein wenig und für einen Laien hätte das durchaus gefährlich werden können. Herrn Krischke schien das alles kalt zu lassen, er war davon überzeugt, schon an diesem Tag die Pesade und das Streichen nahe zusammenführen zu können. Und tatsächlich – man konnte deutlich sehen, dass sich hieraus in Kürze eine Kapriole entwickeln würde. Ich hätte nicht damit gerechnet, einmal Wissen aus diesen Sphären der Reitkunst zu erlangen.
Wie das alles aussieht, wenn es "fertig" ist, zeigte uns anschließend Pares, der Strahlendweiße vom Anfang (der mit der Polka). Spielerisch leicht, ur an einem ganz normalen Reitzügel geführt und locker am Springergurt ausgebunden zeigt er auf Wunsch des Hofreitmeisters Balotade, Kapriole und Croupade, teilweise nur von ein paar kleinen Courbettesprüngen unterbrochen. Ich schaue genauer hin: Da ist ein merothisches Ledergebiss eingeschnallt, die Streifkappen, die eigentlich an die Rückseite der Vorderbeine gehören, sind an die Vorderseite der Hinterbeine aufgezogen. Um den Hengst zu schützen, wenn er einmal in der Kurve springt und sich mit einem auf das andere Bein schlägt. Pares linkes Auge ist blind, dasjenige, auf dessen Seite Herr Krischke mit ihm arbeitet. Wie geht das? Frage ich mich. Inneres Bild, jaja, Herr Krischke, ich weiß.
Der Lipizzanerhengst, mit dem Diana Krischke die Kapriole zeigt ist mit neun Jahren wesentlich jünger und wirkt lange nicht so "abgeklärt" wie der Weiße von eben. Jugendlich-übermütig springt er durch die Bahn an einem doppelt langen Zügel wie ein Flummyball.
Ich bin zugegebenermaßen etwas überreizt. Jetzt, da die Kneippkur nachgelassen hat und ich nur noch Ausbilder sehe, die mit klaren Vorstellungen und sanfter Handhabung hochmotivierte Hengste schulen, sacke ich in mir zusammen – bin ich froh, dass ich mich hier nicht zum Mitmachen angemeldet habe. Das muss man wirklich ganz in Ruhe lernen, ich bewundere den Mut der Gastreiter und Schüler, die sich hier auch in nicht ganz so schönen Bildern "vorführen" lassen, wobei jedoch der Ton stets höflich, freundlich und wertschätzend blieb. Aber vor den Leistungen die ich die letzten zwei Stunden gesehen habe, würde bestimmt ein Großteil aller Barockreiter in Deutschland blass aussehen.
Noch einmal nehmen Krischkes ihre Position im Sattel ein und geben uns mit der Demonstration von "Bahnfiguren in Kunstgangarten" eine Idee, was man alles Schönes machen kann: Schlangenlinien in der Passage, Piaffepirouette, Passaden (Ein Wechsel von schnellem Galopp, Tèrre-à-Térre-Pirouetten und Galoppwechseln.
Noch einmal bringt Diana Krischke den Lipizzaner am langen Zügel hinein und übergibt die Zügel ihrem Vater, der noch auf Raisulih sitzt. "Tandem" oder "Fahrschule" heißt das, was wir zum Abschluss des Seminares sehen dürfen. Auf das Innere Bild des Hofreitmeisters hin zeigen die Hengste synchron Spanischen Schritt, Piaffe, Passage, Traversalen Mezair und die Pesade.
Ich habe die Bedeutung des "Inneren Bildes" verinnerlicht und werde Pferde wirklich künftig mit anderen Augen sehen, wie mir die Werbetafel der Hofreitschule vor dem Reithaus versprochen hatte.
Noch eine gute Stunde nahmen sich Krischkes Zeit, sich unter uns zu mischen und die verschiedensten Fragen zu beantworten. Dr. Stodulka wurde die, wie man mir versicherte, einmalige Ehre zuteil, einmal einen Schulhengst Probereiten zu dürfen. Der Perlinohengst von Christin Krischke machte unter ihm die zweite Piaffepirouette in seinem jungen Leben – die erste hatte er eine halbe Stunde zuvor mit seiner Ausbilderin gezeigt.
Ich durfte mich auf einem Sattelständer in den "Bückeburger Schulsattel" setzen und naschte bevor ich seelig nach Hause fuhr noch einmal vom Büffet.

Ich werde auch die anderen Seminare besuchen, das steht fest, so authentisch, intensiv und verständlich habe ich Reitkunst noch nie erklärt bekommen. Weiter so!

 

 


Oktober 2008
Hallo Herr Krischke, anbei ein paar Impressionen von der Herbstjagd Hornburg(unter Ihrem Sattel Paco vom Schimmerwald! Der Sattel sitzt sich auch während einer Jagd wunderbar! Gruß aus Börßum, Daniel Ahlwes



Liebe Christin, lieber Wolfgang!
Am Samstag habe ich eine Menge gelernt! hab´s auch gleich umgesetzt: siehe Anhang. Piaffe - noch klein und niedlich, aber cool - Genick höchster Punkt, Vorderbein senkrecht, Kruppe gesenkt, Nase vor der Senkrechten! Das Bild hat mein lieber Mann heute 11. Febr. 2008 aufgenommen.
Herzliche Grüße, Marion Smolka, 11.2.2008


Sehr geehrte Familie Krischke,

Vielen Dank für die eindrucksvolle Fortbildung!!
Ich wünschte mir auf unseren Turnieren mehr Pferde mit solch guter Kreuzbeinmuskulatur und dem entsprechenden Halsaufsatz. Selbsttragend, bei "lockerem" Genick + tätigem Maul (nicht arretiert). Stimmungsvolle Augenpartie, bei gut wechselndem Ohrenspiel auf Reiter + Publikum. 
Freundlichst Ihre Eva Bergh
P.S. Dass so wenige Fragen kamen lag an den guten Erklärungen. -Also nicht wundern!-


Französische Reitkunst - Die Leichtigkeit der Hilfen - Reitkunstseminar (2) am 5. Januar 2008 in der Fürstlichen Hofreitschule Schloß Bückeburg
"Halt, Stopp, Anhalten" schallt die Stimme von Wolfgang Krischke durch die Halle. Der Reiter pariert sein Pferd verwirrt schauend aus dem Galopp zum Halten und erwartet nun zu hören, was er falsch gemacht hat. Aber nein, der Grund für die abrupte Unterbrechung der Arbeit an den Galopppirouetten hat einen ganz anderen Grund: das Pferd muß mal. Und da wir hier in der Hofreitschule sind, geschieht dies im Stehen, damit der "Sklave" Frodo schnell den ungewünschten Haufen beseitigen kann. Dann geht es weiter in der Arbeit.
In einer unglaublich angenehmen Atmosphäre erlebe ich mit zwei Freundinnen einen wunderschönen und lehrreichen Seminartag. Er fängt etwas verspätet mit einem üppigen Frühstücksbuffet an, dem ein kurzweiliger Einblick in die Geschichte der Reitkunst, vorgetragen von Christin Krischke, folgt. Dann erscheinen die ersten Pferde in der Bahn: der Lusitanohengst Odeceixe mit Wolfgang Krischke, der Lusitanohengst Ulysses mit Christin Krischke und der Lipizzanerhengst Maestoso Amata mit Diana Krischke. Wir bekommen einen Einblick in die tägliche Arbeit mit den Pferden, die abwechselnd von Christin und Wolfgang Krischke per Mikrofon kommentiert wird. Geritten werden die Pferde in dieser ersten Einheit alle auf Kimblewick. Es ist ein sehr harmonisches Bild, was wir dort zu sehen bekommen. Nur der Lipizzanerhengst von Diana Krischke scheint unter einer größeren Anspannung zu stehen, die aber im Laufe der Arbeit besser wird. Quer durch alle Seitengänge in allen Gangarten werden die Pferde gearbeitet. Kein grober Einsatz der Hand, eines Sporens oder einer Gerte ist zu sehen. Der spanische Schritt wird von den Pferden mit kaum sichtbaren Hilfen des Reiters ausgeführt. Christin Krischke ist jedoch mit der Ausführung des spanischen Schrittes von Ulysses nicht zufrieden. Sie korrigiert dies jedoch nicht in der Bewegung durch vermehrte Hilfen, sondern ermahnt ihn im Stehen. Er möchte es direkt besser machen, muß aber nach der Ermahnung noch einen Moment stehen. Der danach gezeigte spanische Schritt ist deutlich motivierter. Die Atmosphäre ist locker und angenehm. Den Pferden ist der Spaß an der Arbeit anzusehen. Diese Pferde haben eine lebendige Mimik, wie man sie sich öfter zu sehen wünscht.
Nach dieser Vorführung kommen nun die Schüler nacheinander in die Bahn. Als erster darf oben erwähnter Frodo (woher der Spitznamen kommt ist jedem klar) mit dem Knabstrupper-Hengst Boxter aus der Schützenden Hand in die Bahn. Hier wird die eherne Regel, daß eigentlich keine Schüler auf die Hengste der Hofreitschule dürfen, gebrochen. Das Herz von Dennis Pantke, wie Frodo richtig heißt, schlägt für diesen Hengst und er schafft es mit seinem inneren Bild von diesem Pferd ihn optimal zu reiten. Boxter neigt dazu ins Rennen zu kommen, da er dies in jungen Jahren auf den Zuchtschauen so vermittelt bekommen hat. Sobald der Reiter ihn verwirrt, bietet er an, was er am Besten kann: rennen. Dennis reitet Boxter auf einem doppelt gebrochenen Kimblewick. Begonnen wird mit der üblichen Routine: SH, Travers, Traversale. Mit viel Witz, Körpereinsatz und immer guter Laune korrigiert Christin Krischke das Paar. Beim Zuschauen bekomme ich Lust meine Pferde einzupacken und mit ihnen hierher zu kommen. Zwei Begleitungen melden sich direkt freiwillig. Ganz wichtig bei ihrer Arbeit sind Christin und Wolfgang Krischke die inneren Bilder. Hier kann ich mir einiges klauen und vor allem auch für meine Arbeit mitnehmen. Fehler sind kein Problem und dürfen gemacht werden. Dies ist auch bei der zweiten Reiterin Rebecca Güldenring auf dem Andalusierhengst Fuego der Fall.
Im Vordergrund steht die Leichtigkeit und damit das Aussetzen der Hilfen, allem voran der Zügelhilfen. Dem Pferd soll die Freiheit gegeben werden aktiv mitzuarbeiten und sich dabei in Selbsthaltung zu tragen. Dabei darf das Pferd auch mal selber Vorschläge zur Arbeit machen. Eingerollte Pferde sieht man hier nicht. Wie man Pferde aus dieser Haltung wieder herausreiten kann wird mit der dritten Schülerin Regine Steffan und dem P.R.E.-Hengst Escritor gezeigt. Er wird mit einem doppelt gebrochenen Baucher-Gebiß geritten, welches eine aufrichtende Wirkung haben soll. Der Hengst ist ganz klar ein Korrekturpferd, welches vorher falsch geritten wurde und nun von Frau Steffan in Zusammenarbeit mit Wolfgang Krischke wieder Spaß an der Arbeit finden soll. Das Paar ist auf einem sehr guten Weg, wie die Einheit zeigt. Doch nicht nur die Augen sind in den Reiteinheiten gefordert. Immer wieder streuen Christin und Wolfgang Krischke kleine dosierte Theorieeinheiten ein. Es herrscht keine strenge Arbeitsatmosphäre, sondern genauso wie die Hilfengebung den Titel Leichtheit verdient, verdient dies auch die Atmosphäre.
Bevor sich die etwa 50 Zuschauer an dem reichhaltigen Buffet bedienen dürfen, hält Klaus Steffan einen sehr anschaulichen Vortrag über Physiotherapie am Pferd. Als Anschauungsobjekt dient ein 13-jähriger Lusitano-Hengst, der bisher hauptsächlich gefahren wurde. Er hat einen Beckenschiefstand, der während des Referates behandelt wird. Somit können wir den Erfolg der Behandlung direkt sehen. Während des Essens wird ein Pferdequiz veranstaltet, das den Blick für die Eignung des Pferdes schärfen soll. Daß ich ein Kutschpferd zweckentfremde wußte ich aber schon vorher.
Mit vollem Bauch dürfen wir jetzt weiter den Reitern zuschauen. Wolfgang Krischke zeigt mit dem Berberhengst Raisulih el Hadi zuerst Baucher'sche Abkauübungen, um dann neben einer kurzen, sehr eindrücklichen Einheit mit am Gürtel verknoteten Zügeln die Erarbeitung der Galopppirouette zu zeigen. Diana Krischke zeigt parallel dazu wie notwendig die Leichtigkeit der Hilfengebung für das Reiten im Damensattel ist. Eine andere Variante zur Erarbeitung der Galopppiroutte wird von Christin Krischke mit der Schülerin Christiane Meyer zu Westram und ihrem Friesenwallach Jilko gezeigt. Nachdem die Reiterin den Knoten zur Hilfengebung und Richtung gelöst hat (ich hätte den auch gehabt), sind die ersten Ansätze zu sehen.
Es folgt nun ein Schüler, der nicht so ganz in das bisher gezeigte Konzept passt. Josip Djana mit einem P.R.E.-Hengst. Das SH ist mehr ein Schenkelweichen, was für den Zuschauer aber direkt zu der Erklärung des Sinn und Zwecks der Biegung im SH nach sich zieht. Während der Vorführung fehlt mir immer wieder das Aussetzen der Hilfen. Josit Djana ist im Besitz des goldenen Reitabzeichens, was er durch seine Erfolge im Springen erlangt hat. Als er anfängt auf dieser kurzen Bahn eine knackige Trabverstärkung zu verlangen, frage ich mich, ob es sich hier nicht nur um die Präsentation des Hengstes handelt. Wolfgang Krischke gibt sein Bestes den Reiter bei den anschließenden Galopppirouetten in die richtige Richtung zu bringen, doch der Reiter kann die Anweisungen nicht umsetzen. Geduldig erklärt und korrigiert Herr Krischke immer wieder. Dann bietet er an, sich selbst in den Sattel zu setzen. Und welch Veränderung des Pferdes. Es läuft in Selbsthaltung vor der Senkrechten. Und auch die Galopppirouetten klappen besser. Die Zuschauer applaudieren spontan. Hätte Herr Krischke nicht so intensiv darauf hingewiesen, daß er das Pferd jetzt in Ruhe lassen soll, wäre der Reiter sicherlich wieder aufgestiegen, um daran weiter zu arbeiten.
Als letzte Reiterin kommt Sandra Oster mit dem Lipizzaner-Wallach Caprice in die Bahn. Sie hat nach langer Reitabstinenz erst wieder mit dem Reiten begonnen. Nach den vielen Seitengängen, die wir den ganzen Tag über gesehen haben, kommt Herr Krischke jetzt noch auf die Gefahr des ständigen Verschiebens der Vor- oder Hinterhand zu sprechen, nämlich der, daß das Pferd irgendwann nicht mehr geradeaus gehen kann. Zur Überprüfung schlägt er Linien durch die Bahn vor, als besonders interessante Variante das Mäandermuster.
Der Tag endet mit einem kurzen Abschlußwort von Christin Krischke. Ich nehme viel Denkstoff mit nach Hause, wunderschöne Eindrücke von Reiten in Leichtigkeit und der Arbeit mit dem Pferd überhaupt. Es wird sicher nicht mein letzter Besuch an der Hofreitschule gewesen sein und vielleicht bekomme ich auch irgendwann die Möglichkeit mal mit meinem Pferd dort hin zu fahren.
Die insgesamt vier Seminartage bauen aufeinander auf.
Sabine Frömminger, 7.1.2008

Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für den wiedermal voll gelungenen Seminartag. Es ist immer eine superschöne Atmosphäre bei Euch.Obwohl wir das Seminar ja schon einmal besucht haben, haben wir doch wieder viel gelernt, man ist ja sooo vergesslich. Auch Ralfs Reitstunde hat uns sehr viel gebracht, Wolfgang ist genau auf die Punkte eingegangen an denen es letzte Zeit hakte und wir nicht weiterkamen. Und siehe da; gestern klappte es schon deutlich besser. Habt Dank! Was haltet Ihr davon, im Winter aufbauend auf die Seminare sogenannte Tummeltage anzubieten. So wie es im Barock war, Sonntagsnachmittags traf man sich zum Brillieren zu Pferde. Oder so Ähnlich wie die Morgenarbeit in Wien, wo ja auch mehrere Pferde unterschiedlichen Ausbildungsniveus zusammen gearbeitet werden, mit dem Reitmeister in der Mitte. Wir finden das Bild immer so schön, wenn Ihr nach einer Show alle zusammen das zeigt, was Euer jeweiliges Pferd am Besten kann, alle Durcheinander und doch so hochwertige Reitkunst.
Das könnten wir uns auch mit Euren Schülern vorstellen, erst tummelt Ihr was vor, dann kommen jeweils 3 Schüler und üben ihre Lektionen unterstützt von Euch als Reitmeister vom Boden aus. Das Ganze natürlich für Reiter und Zuschauer, vielleicht auch um den Seminarstoff ein wenig zu festigen.
Ihr könnt ja mal drübernachdenken.
Viele liebe Grüße, Christiane und Ralf Meyer zu Westram, 12.11.2007

Hallo Familie Krischke,
am Samstag war ich mit dem Arbeitskreis Legerete Teilnehmer des Seminares und möchte hiermit zum Ausdruck bringen , daß ich von Ihnen und Ihren Pferden äußerst angetan war. Die Pferde machten auch bei schwierigen und offensichtlich anstrengenden Lektionen einen stets entspannten Ausdruck und nach dem Absteigen des Reiters suchten diese ihre Nähe und wirkten weder ängstlich noch überdominiert . Dies sagt viel über die Arbeit hinter den Kulissen aus. Bitte machen sie so weiter und erfreuen uns auch in den nächsten Jahren mit Ihrern Darbietungen. Auch ich werde mich weiterhin bemühen, den Glanz in den Augen meines Pferdes zu erhalten.
Liebe Grüße aus Sprockhövel, Silke Hellinger, 7.1.2007

Hallo liebe Christin,
dann bin ich jetzt also erst mal für das Seminar angemeldet.
Ich wolle Ihnen gerne noch etwas erzählen, Ihr Spruch "die Lücke, die Lücke, die Lücke!". ist zu meinem Leitspruch beim Reiten geworden. Mein junger Hengst ist zur Zeit etwas übermütig und ungehorsam und meinte, beim Reiten auf dem etwas überfüllten Reitplatz, die anderen Pferde attakieren zu müssen, was bei mir auch zu einem Aussetzer führte, da ich nur noch nach den anderen Pferden Ausschau hielt, und die Sache nur noch schlimmer wurde, da sich Hamlet auch gleich den nächsten Gegner ausschaute. Ich hatte die Stunde echt viel zu tun, mit mir und dem Pferd. Von meiner Reitlehrerin bekam ich nur zu hören, ich solle gefälligst reiten und mein Pferd beschäftigen, damit es keine Zeit hat, Blödsinn zu machen.Aber da war gar nicht so leicht.
Am nächsten Tag hatte ich eine Einzelstunde, wo ich entspannter lernen konnte, wie ich mein Pferd reiten soll und beschäftigen kann. Das ging dann auch ganz gut, aber wenn ich nicht alleine um 21:00 im Dunklen Reiten will, musste das zwischen den anderen auch gehen. Und da fiel mir ein, was Sie im
November erzählt haben, "nicht der Baum sondern die Lücke, die Lücke, die Lücke, die Lücke,.." und so habe ich das nächste mal auf dem Platz gar nicht mehr nach den andern Pferden geschaut, sondern nur nach den Lücken, und mit einmal war der Reitplatz wieder viel größer und wir sind gut klar gekommen. Und es hatte noch einen positiven Effekt, ich muss nach vorne schauen, den Fehler mache ich nämlich auch sehr oft, dass ich nach unten auf mein Pferd schaue,...
Ihre Heike Dohse, 10.12.2006