Leserbriefe zum Barockpferdecup
(Leserbriefe geben die persönliche Meinung des Absenders, aber nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.)
„Hallo Freunde der alten Reitweise, da ich mich zu dem Kreis der Zuschauer in Hannover zählen durfte, möchte ich ebenfalls meine Meinung zu dieser Veranstaltung äußern. Überrascht hat mich vor allem das vielfältige Erscheinungsbild der Darbietungen innerhalb der gezeigten Prüfung. Was auf den zweiten Blick durchaus sinnvoll erscheint, da es die zahlreichen Möglichkeiten dieser Reitweise widerspiegelt. Auch wäre es in dem Zeitrahmen kaum denkbar für jede Disziplin (unter dem Sattel, am Langzügel, in völliger Freiheit) eine eigene Prüfung auszuschreiben. Positiv war auch die Erfahrung am Ende der Veranstaltung mit der Wahl des Publikumspreises sein „Veto“ geben zu können. Der Unterhaltungswert war entsprechend hoch und die Zuschauer auf den voll besetzen Tribünen dankten es mit bester Stimmung. Einzig der Veranstaltungstitel „Barockreiter-Superstar“ sorgte für einige Irritation. Für mich klang dies wie „Gúerinière meets Dieter Bohlen“ was weder zu der Vorführung noch historisch passt. Ich finde eine rundum gelungene Veranstaltung die Hoffnung auf eine Fortsetzung in 2009 macht.“ Elmar Baur
„Liebes Magazin Hofreitschule, erst einmal Kompliment für das gelungene Magazin:-))
Ich würde mich gerne zu der gestellten Frage: Baroclpferde-Cup: Fortschritt oder Unsinn? äußern. Ich besitze selbst zwei Barockpferde ( Friesen) die nach der klassisch- barocken Reitlehre ausgebildet werden. Wir treten auch als Friesenpferde-Showteam auf.
Ich finde es jammerschade, dass sogenannte Barockpferdefans über die reiterlichen Leistungen der Teilnehmer im Internet herziehen. Anstatt die Reitweise zu befürworten.
Es gibt sehr viele Reiter und Richter, die auf vielen Turnieren in der klassischen Reiterei einfach wegschauen. Ich sage nur verspannte Pferde, Rollkur, zwei Stunden Abreitplatz bei heißen Temperaturen, etc... Angeblich versammelte Pferde in Grand Prix Prüfungen, die auch noch gewinnen, obwohl die Pferde teilweise viel zu eng gestellt sind, mit dem Schweif schlagen, schlecht oder sogar gar nicht versammelt sind.
Da ist es doch ein Genuss eine Reitkunst zu sehen, wo mit fast unsichtbaren Hilfen geritten wird. Die Pferde sind losgelassen und durchlässig. Natürlich muss man auch die Atmosphäre des Barockpferde-Cups berücksichtigen. Natürlich sind die Pferde auch aufgeregt, evtl guckig und die Reiter angespannt und nervös. Aber, wenn sich dieser Wettkampf durchsetzt, werden auch solche Prüfungen zur Normalität und es ist auch ein schönes Bild. Allein schon die Kostüme und die edlen Pferde.
Bevor man über die Mitwirkenden ablästert, sollte man sich selbst mal in dieser Situation vorstellen. Ich trete mit meinen Pferden seit drei Jahren auf Shows, Messen und ähnlichen Veranstaltungen auf und weiß wie schwer es ist, ein harmonisches Bild zu reiten. Die Tiere sind auch nicht jeden Tag gleich gut gelaunt. Wie wir Menschen auch. Ich finde, gerade in der Reiterszene herrscht sehr viel Neid und Mißgunst. Unser Showteam tritt am liebsten vor Leienpublikum auf. Die freuen sich über die tollen Pferde, die schicken Kostüme etc...
Es ist für einen selbst ein schönes Gefühl einen tollen Applaus für seine Darbietung zu bekommen. Es steckt ja auch eine Menge Arbeit dahinter. Ich hoffe, für mich, dass die klassisch-barocke Reitweise sich noch mehr durchsetzt und das wir noch viele Barockpferde-Cups zu sehen bekommen.“ Sandra Kottewitz
„Ich gestehe, dass ich den Barockpferde Cup auf der Pferd & Jagd Messe im Dezember 2008 nicht gesehen habe. Ich hatte noch die traurigen Bilder der letzten Veranstaltungen dieser Art im Kopf, die wahrlich keine gute Darstellung des Barockreitens waren. Ich hoffe, das neue Konzept des Barockpferde Cups 2008 hat schönere Bilder hervorgebracht.
In dieser Diskussion über für und wider einer Barockpferde Cup Veranstaltung sollte man erst einmal die Frage stellen, was mit so einem Cup eigentlich erreicht werden soll.
Eine Darstellung des Barockreitens? Wenn ja, des modernen barocken Dressurreitens, wo Serienwechseln und Trabverstärkung Einzug gehalten haben - eigentlich Dressurübungen, die erst in unserer Zeit an zweifelhafter Bedeutung gewonnen haben - oder des historischen Barockreitens mit den überlieferten Lektionen der Reitkunst, in denen die Pferde zu Glanz und Anmut geführt werden?
Oder soll eine Alternative zur sportlichen Dressur gegeben werden? Wo ist der Unterschied dazu, wenn Lusitanos in der Trabverstärkung strampeln und Friesen gegen die Hand gehen? Es geht auch anders, wie uns in den Barockpferde Cups vergangener Jahre gezeigt wurde, als die klingenden Namen von Marc de Broissia und Andrea Schmitz – um nur einige zu nennen – uns mit ihrer Reitkunst erfreuten. Die jetzige Starterliste scheint doch sehr limitiert und überrascht mit Vollständigkeit, bevor der Cup öffentlich ausgeschrieben ist.
Was will man dem geneigten Publikum auf der Messe sagen oder zeigen? Ein Glaubensbekenntnis braucht keinen Wettkampf! Bei einem Cup gibt es einen Sieger und den enttäuschten Rest. Bei einer Quadrille oder einem Passeo, wo jeder Reiter zeigt, was sein Pferd am besten kann, gewinnen alle. Selbst das Publikum, dem barocke Lebensfreude und schöne Pferde geboten werden. Natürlich ist da, wo viel Licht ist auch Schatten, doch überstrahlt die Reitkunst, die in jedem Augenblick neu erschaffen werden muss, um im nächsten schon vergangen zu sein, die naturgegebene Unvollkommenheit des Individuums.
Sollte die Intention des Barockpferde Cups sein, den Ausbildern und Freunden des Barockreitens ein Forum zu geben, sollte sie breiter angelegt sein. Es gibt etliche gute Ausbilder, die nicht über die nötigen Mittel und Gelegenheiten verfügen, um auf einer Messe wie die Pferd und Jagd präsent zu sein. Da könnten die bewährten Konzepte des Isländer Dorfes und der Western City eine Hilfe sein. Ein „Pavillon der Reitkunst“ mit Möglichkeiten zur gemeinschaftlichen Präsentation der Ausbilder der barocken Reitkunst würde die wahre Größe und Bedeutung des Barockreitens in unserer Zeit widerspiegeln. Dazu die Züchter der Barockpferde Rassen, die Vereine und Reitinstitute, sowie die Medien (Bücher, Videos) und Ausrüster. Zusammen mit einer ausreichenden Aktionsfläche würde das schon mindestens eine halbe Messehalle füllen. Barockreiten zum Anfassen und eine „Feuerwerk der Reitkunst“ im großen Showring würden das Fachpublikum auf einer Reitermesse sicherlich mehr ansprechen, als die paar Reiter, die sich trauen, allein mit ihrem Pferd eine große Messehalle mit Reitkunst zu erfüllen.
Im November 2007 haben die vier großen Hofreitschulen (Wien, Jerez, Lissabon und Saumur) in Paris gemeinsam eine Gala gegeben. Ein unvergessliches Erlebnis! Jede Schule brillierte mit ihrer ganz besonderen Art der Hohen Schule, Quadrillen wechselten sich ab mit gemeinschaftlichen Präsentationen z.B. der hohen Schule über der Erde. Nur einmal ritt ein Reiter allein im großen Ring: die Abschiedsvorstellung des Olympiareiters Rafael Soto und sein spanischer Hengst Invasor begeisterten die 14.000 Zuschauer mit einer Kür, die, losgelöst von den Zwängen des Reglements der FEI, an Lebensfreude und Begeisterung kaum zu übertreffen ist. Es brauchte keinen Wettkampf und keinen Richter, um die besten Reiter dieses Jahrhundert-Events zu ermitteln. Jeder Zuschauer konnte selbst entscheiden, welchem der herrlichen Pferde und brillanten Reiter seine Begeisterung galt.
Und gewonnen haben alle Reiter, Verlierer gab es nicht, nur viele schöne Bilder, die immer noch in meinem Kopf sind.“ Marion Smolka
„Die vielen Kritiken zum Barockpferde-Cup Hannover in den Internet Foren haben mich zu folgenden Gedanken bewogen: Wenn ich mir einen Barockpferdecup ansehe – welche Erwartungshaltung habe ich? Möchte ich sündhaft teuere erlesene iberische Hengste mit Modelmaßen sehen, die schwierigste Lektionen mit der Eleganz und dem Charme einer Prima Ballerina absolvieren? Unter begnadeten brillanten Reitern, die zudem über ein beträchtliches Vermögen verfügen um sich ein solches Pferd und die dazugehörige Ausbildung leisten zu können? Vielleicht ja. Denn insgeheim träume ich ja auch von solch einem Pferd – und davon, so wunderbar reiten zu können. Aber wenn ich dann überlege: so viele „perfekte“ Reiter-Pferd-Paare fallen mir gar nicht ein – und warum sollten die paar ein Interesse daran haben, sich in Hannover auf dem Barockpferde-Cup miteinander zu messen?
Also schraube ich meine Erwartungshaltung mal ein wenig herunter und lande bei den Menschen, die mit viel Leidenschaft und Engagement – und vielleicht nicht ganz so viel Geld – in der klassisch-barocken Reiterei ihren Weg für sich und ihr Pferd gefunden haben. Ein bisschen was können, müssen sie schon, denn um die Teilnahme muß man sich bewerben und wird dann eingeladen – oder eben nicht. Ich bin für den Barockpferdecup weil er ein Plattform für uns ist. Wir können die wunderbare Vielfalt der klassisch-barocken Reiterei mit all` ihren farbigen Facetten zeigen.
Dabei wird es - wie schon in der Vergangenheit - neben vielen schönen Momenten auch reiterliche Unzulänglichkeiten zu sehen geben. Hier wünsche ich mir auf der Basis von Wertschätzung und Respekt für Pferd und Reiter eine konstruktive Kritik. – Und zwar direkt im Anschluß an die jeweilige Darbietung. Das schult das Publikum, macht die Reitweise transparent, inspiriert den Reiter und verhindert womöglich das nachträgliche Kritisieren in den Internet-Foren. Für mich persönlich bedarf es keiner Wettkämpfe für klassisch-barocke Reiterei – und auch bei dem Barockpferd-Cup in Hannover muß es meinetwegen keine Wertnoten und Platzierungen geben. Ich hätte lieber ausführliche, fundierte und für alle Beteiligten lehrreiche Kommentare. Ich wünsche mir, daß der Barockpferdecup bestehen bleibt - als Plattform zur Selbstdarstellung für uns, unsere Reitweise und unsere schönen Pferde.“
Sabine Pirker, Trainer C Klassisch-Barock, Reitschule Sandkrug, Bümmersteder Str. 57, 26209 Sandkrug
"Liebe Redaktion der Hofreitschule, vorweg einen herzlichen Glückwunsch zu eurem gelungenen Debüt! Mit Spannung erwarte ich die 2. Ausgabe und wünsche euch für die Zukunft ganz viel Erfolg. Anlass meines Leserbriefes ist euer Aufruf, euch zum Thema "Barockpferdecup" die eigene Meinung zu schreiben.
Nun habe ich in meinem privatem Reiterumfeld soviel Negatives und Lästerliches über die reiterlichen Beiträge auf der "Pferd und Jagd" zu hören bekommen, daß ich euren Aufruf gerne nutzen möchte, um Partei für den Barockpferdecup zu ergreifen. Ich ärgere mich darüber, wie schnell Menschen andere verurteilen, anstatt erbrachte Leistungen anzuerkennen. Es fängt schon mit der Aussage an: "das war doch kein Barockreiten!" - ich denke, man muß bei solchen Veranstaltungen die eigene Erwartung nicht zu hoch ansetzten. Auch ich denke bei dem Begriff "Barockreiten" zuerst an Reiter wie Richard Hinrichs oder Wolfgang Krischke, und genieße jede Möglichkeit, Reiten auf solch hohem Niveau sehen zu können. Man darf aber nicht vergessen, beim Barockpferdecup reiten Amateure und keine Showprofis. Jeder Teilnehmer hat viel Zeit und finanziellen Aufwand investiert, um beim Cup starten zu können, und letztendlich auch großen Mut bewiesen, sich vor so einem riesigem Puplikum öffentlich durch hohe Fachkompetenz richten zu lassen. So eine Leistung - auch wenn sie nicht immer perfekt gewesen sein mag - gehört honoriert und nicht zerissen! Dann erlebe ich Unverständnis über die Rassen der gezeigten Pferde:" das waren doch gar keine Barockpferde!"
Aber - definiert sich Barockreiten denn in 1. Linie über das Pferd, welches ich unter meinem "Po" habe, oder über die Art und Weise, wie ich mit dem Pferd umgehe, es eben reite, und zwar rasseunabhängig? Ich glaube, keiner widerspricht bei der Aussage,dass es Pferderassen gibt, die sich rür das barocke Reiten besser anbieten als andere, die eben auch seit Jahrhunderten für diese Art des Reitens züchterisch selektiert worden sind. Aber muß man deswegen zum Rassisten werden, und mit dem Finger auf Reiter zeigen, die eben kein Barockpferd ihr eigen nennen, sich aber ernsthaft mit der pferdegemäßen Art des Barockreitens befassen? Wohl kaum. Und apropo pferdegemäß: ich persönlich bin ein Anhänger der barocken Reitweise, weil sie eine auf Freundschaft und Freundlichkeit zielende Art im Umgang mit Pferden beinhaltet. Und sollten wir nicht auch so mit unseren Mitreitern umgehen?“ Christiane Heitz
„Hiermit möchte ich mich bei Ihnen für den schönen Barockpferde-Cup 2008 bedanken. Ich fand es wunderbar, mitten auf der Pferd & Jagd klassische Reiterei auf so hohem Niveau zu sehen. Besonders eindrucksvoll fand ich die Palette an verschiedenen Darbietungen, die von der Arbeit am ‚Langen Zügel’ über klassische Dressurreiterei und Garrochareiten bis zum Freestyle reichte. Am eindrucksvollsten fand ich das zaumlose Reiten von Björn Zauss, der es schaffte in der Atmosphäre dieser riesigen Halle eine perfekte Dressurkür inklusive Seitengänge zu zeigen, ohne auch nur zu einem einzigen Zeitpunkt Kontakt zum Pferdemaul zu haben. Anhand der größtenteils sehr guten Auftritte sah man, dass die Reiter zunächst ein Bewerbungsverfahren durchlaufen mussten. Dieses Verfahren sollte auch in den nächsten Jahren angewandt werden. Ich fand auch die Idee sehr gut, dass Publikum aktiv an der Platzierung teilhaben zu lassen. Aufgrund der verschiedensten Darbietungsformen fällt es ja sehr schwer, eine objektive Bewertung seitens der Richter abzugeben, die auch vom Publikum subjektiv geteilt wird. Dieser Diskrepanz wurde so geschickt Rechnung getragen. Für die Zuschauer, die meist Laien auf diesem Gebiet der Reiterei sind, war es hilfreich, dass Richard Hinrichs zu jedem Paar erklärende Kommentare gab, die einem die Stärken und Schwächen der Paare zeigte. So kann ich nur hoffen, dass der Barockpferde-Show-Cup 2009 wieder auf der Pferd & Jagd mit so schöner Reiterei stattfinden wird.“
Claudia Meinecke, Mühlenstr. 40, 38176 Wendeburg
„Beim Betrachten des Barockpferdecups in Hannover stellte sich uns die Frage, wie definiert der Veranstalter „Barockreiten“. Wir fänden die Definition „Show-Pferde-Cup“ besser. Wie in allen Reitersparten wurde gutes Reiten und schlechtes Reiten gezeigt, wobei es wirklich schöne harmonische Bilder gab die auch mit guten Wertnoten belohnt wurden. Da wir unter Barockreiten auch Reitkunst verstehen, wäre zu überlegen, ob Kunst überhaupt messbar ist? Man geht ja auch nicht in ein Kunstmuseum und vergleicht einen Picasso mit einem Nolde. Wir fänden es schöner, wenn sich die Barockreiter einfach nur an ihren schönen Pferden und der Reitkunst an sich erfreuen würden, als Pokalen und Preisgeldern nachzujagen, womit sie sich nicht mehr von der Sportreiterei unterscheiden.“ Familie Meyer zu Westram
„Sehr geehrte Redaktion, leider muß ich als Fotograf mit dem Schwerpunkt "barockes Reiten" immer wieder feststellen, daß es nirgendwo mehr Neid und Mißgunst gibt, als in dieser Sparte... Die Barockpferde(show)cups sollen dazu dienen, eine alte, traditionelle Reit- und Ausbildungsweise der breiten Masse näherzubringen. Wie alle "Neuigkeiten" verlangt dies den selbstlosen Einsatz derer, die dies einer breiten Masse zugänglich machen möchten. Mir persönlich stellt sich nicht die Frage, ob diese Art der Präsentation die richtige ist, sondern eher die, wie man diese vor ständigen Angriffen und Verleumdungen deren schützen kann, deren private Interessen nicht genügend Vertreten wurden ? Leider haben einige versucht, die Chance der Neugründung von verschiedenen Dachorganisationen zur Durchsetzung ihrer eigenen Interessen zu nutzen. Die Seilschaften, die sich bereits gegründet haben, sind leider immer noch sehr bemüht, sich durch üble Nachrede und Propaganda (sprich: Durch das Schlechtmachen der seither durchgeführten Veranstaltungen) Gehör zu verschaffen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen... DAS sollte der Tenor der Umfrage sein! Über 4.000 Zuschauer während der letzen Pferd & Jagd sollten Beweis genug sein, das allg. Interesse an dieser Sparte zu bestätigen! Und nicht nur dort sind die Barockpferdecups aus eigener Erfahrung besonders gut besucht... Schade, daß es immer wieder durch die Profilneurosen Einzelner und vor allem durch den Neid der Möchtegerne alles schlechtgeredet wird...“
Peter Schramm, Schwienkuhler Weg 2, 23738 Lensahn.
„Als Teilnehmer des Barockpferdecups im Dezember 2008 in Hannover im Rahmen der Messe "Pferd und Jagd", kann ich hierzu sagen, dass es passt! Bisher waren meine öffentlichen Aktivitäten auf Schauen, kleine und grössere Veranstaltungen (wie z.B. Herrenhäuser Gärten, Asil Cup Marbach, Traumpferd etc.) beschränkt, aber diese Plattform des Barockpferdecups hat ihren Reiz! Auf einer der bekanntesten Messen, in einer Halle mit idealem Reitboden vor 4000 Zuschauern seine eigene Reiterei (bei entsprechendem Niveau)vor kompetenter Seite zu zeigen, kann einem Reiter/Ausbilder nur zum Vorteil gereichen.Die Teilnehmer hatten eine sehr weit gefasste künstlerische Freiheit in ihrer Darbietung. Es gab keine vorgeschriebenen Aufgaben ausser dem Enthalten von barocken Elementen. Jeder konnte sich eine Kür mit passender Musik zusammenstellen, die ihm und seinem Pferd entgegenkam und die Stärken betonte. Dieses geht auch mit dem satz des portugiesischen Reitmeisters Nuno Oliveira konform, der einst sagte: "Kunst ist kein Wettkampf." Bei dieser Veranstaltung lag der Schwerpunkt nicht auf Wettkampf, sondern auf der Darstellung einer Reitweise mit ihren unterschiedlichen Möglichkeiten. Vielleicht vergleichbar mit einer Galerie, in der Werke verschiedener Künstler ausgestellt sind.
Sehr hohes Niveau zeigten dann auch die Reiter auf dem ersten, zweiten und vierten Platz (mich selbst mit dem dritten Platz möchte ich nicht bewerten - deshalb gehe ich auf so eine Veranstaltung - damit andere es tun.).Die Zuschauer waren ein begeistertes Publikum bis hin zu Szenenapplaus! Und 4000 Zuschauer zur Begeisterung zu bringen, dazu gehört meiner Meinung nach ein recht hohes Niveau. Auch die Randbedingungen des Cups verlangten schon ein grosses Mass an reiterlichem Können und konsequenter Pferdeausbildung. Allein das Einreiten in die Halle hatte etwas von einem brodelnden Hexenkessel im positiven Sinn: eine riesige Arena, grosse Scheinwerfer, Musik und 4000 gespannte, mitgehende Zuschauer - das nehmen nur wenig Pferd/Reiterpaare gelassen hin. Auch dieses sollte nicht vergessen werden.
Die Pferdevielfalt sprach ein Übriges - Wo sonst hat eine Araberstute (mein Pferd) die Möglichkeit allein durch ihre gute Ausbildung mit nahezu
gleichwertigen Noten neben Lusitanos, Friesen etc. zu bestehen? Hier wurde nicht nur das Pferdematerial, sondern zum grössten Teil die Leistungen des jeweiligen Ausbilders bewertet. Dies ist in der Reiterei doch beinah schon revolutionär zu nennen. Die Klassisch Barocke Reiterei lebt nicht von höher, schneller, weiter, sondern von einem harmonischen Zusammenspiel von Pferd und Reiter. Diese Förderung der natürlichen Veranlagung des Pferdematerials ist meines Erachtens der Kern der Klassisch Barocken Reiterei.
Zum positiven Gelingen trug natürlich auch die Moderation von Herrn Hinrichs bei, die wie immer unbestechlich und auf den Punkt gebracht die Stärken und Schwächen der so verschiedenen Darstellungen kommentierte. Dieser Mann sucht in der Klassich Barocken Reiterei in der Theorie und Praxis seinesgleichen und Veranstaltungen, die von ihm betreut, organisiert oder kommentiert werden sind immer einen Besuch wert. Er ist nicht ein Fachmann in der Reiterei, er ist DIE Autorität in der Klassisch Barocken Reiterei.
Mein Fazit ist: Eine gelungene Veranstaltung für Pferd, Reiter und Zuschauer! Die Organisation vor und während der Show war hervorragend, die Pferdunterbringung sehr gut, der Reitboden super und ein reibungsloser Ablauf gewährleistet. Auch wenn es vielleicht 20 "Fehlersucher" in der Halle gab, deren Glas einfach immer halb leer ist, können sich die verbleibenden 3980 begeisterten Zuschauer nicht irren.“
Björn Zauss vom Klassisch Barocken Ausbildungsstall Krügerhorst in Mieste
„Liebe Magazin Hofreitschule-Team, ich habe den Barockpferde-Cup 2007 gesehen und damals schon meine Gedanken dazu niedergeschrieben. 2008 habe ich mir diese Farce dann erspart. Gerne sende ich Ihnen aber was ich gesehen habe. Es würde mich sehr freuen wenn ich erfahren würde, dass es letztes Jahr schönere Bilder zu sehen gab. Hier der Artikel:
Wir waren auf der Pferd & Jagd! Gut waren die tollen Bücherschnäppchen und Probesitzen auf den verschiedensten Sätteln… und ein Friese aus Holland der vor einer tollen Sjees mal wirklich wunderschön gegangen ist und nicht einfach nur vorne zusammengeknautscht wie die anderen. Und dann kam das Barockturnier kommentiert von Richard Hinrichs… Mir fehlen die Worte… Wie kann jemand der reitet wie ein Gott so etwas äh… machen? Dass ein Pferd oder Reiter mal aufgeregt ist, besonders in so einer Situation kann passieren. Die Frage ist nun wie geht der Reiter damit um, was sind die Maßnahmen die er ergreift um dem Pferdchen die Angst zu nehmen und vor allem wie bewertet der Richter diese Maßnahmen? Ein Pferd was gewisse Lektionen abspulen kann weil es diese von einem Ausbilder, der offensichtlich nicht die Reiterin war, gelernt hat, aber keinen Schritt und keinen normalen Trab gehen kann und dem die Kandarre die gesamte Zeit über bis zum Anschlag (Kinn an Brust) angezogen ist DARF keine guten Noten bekommen. Passverschiebungen, Nervosität, Getrippel, verkrampfte Reiterhände und verkrampfte Reiter als Ganzes, Pferde die nicht Schritt gehen, geschweige denn ruhig stehen bleiben. Was für eine Blamage für die “hohe Kunst” der Reiterei, wo doch die Pferde der anderen Vorführungen, ob Welshpony, Quarter oder Saddlebred zumindest die Gundgangarten beherrschten und still stehen konnten… Der Hinweis von Richard Hinrichs es handle sich um eine sehr temperamentvolle Rasse kann ja wohl kaum als Argument gelten. Auch temperamentvolle Pferde können ordentlich geritten werden und man sah auch schon mal iberische Pferd gut gehen. Sogar im Schritt und Halt vor wildgemachten Stieren. Also wirklich… Ob denn so ein “temperamentvolles” Pferd dadurch ruhiger wird, dass man ihm die Kandarre in den Kiefer schraubt und es zusammengezogen irgendwelche “Lektionen” vorkrampfen lässt ist mehr als fraglich.
Wir haben die Veranstaltung mit blutenden Herzen frühzeitig verlassen als ein zusammengestauchter Friese die Arena betrat wo einem echt die Worte fehlten. Ein paar Reiter zeigten durchaus ein angenehmes Bild dieses wurde jedoch nicht durch bessere Noten von der Jury belohnt. Ein zugegebenermaßen wunderbarer Schimmel, jedoch mit steifer Reiterin, Kandarre auf max. und nicht im Stande Schritt zu zeigen bekam die bis dahin höchste Note und den Kommentar man sähe dem Paar die Lebensfreude an (???). Ein brauner Lusitano und eine Traber-Friesen Stute die ganz ok gingen aber die höheren Lektionen nur andeuteten bekamen eine schlechtere Note mit dem Hinweis man solle sich nicht an Lektionen probieren die noch nicht sitzen. Hmmm. Stimmt, aber Richters Lieblingsschimmel konnte nichtmal die Grundgangarten, war nicht entspannt, hatte Angst vor seinem eigenen Reiter und der Reiter vor ihm… Der einzige bei dem man überhaupt immer erkennen konnte, was er gerade für eine Lektion reitet war ein Lipizzaner. Es sah flüssig und angenehm aus (aber auch am 3. Wirbel abgeknickt). Natürlich hat er eine schlechtere Note bekommen als die “temperamentvoll”-zusammengestauchte Kreatur.
Ich habe noch nie ein einziges Bild oder Textpassage eines alten Meisters, geschweige denn von Gueriniere, gesehen an dem die Zügel derart angezogen sind. Eigentlich wurde dort auch auf Kappzaum und/oder blanker Kandare geritten. Was ist denn Barockreiten? Modernes Pferdezusammenschrauben auf zu fetten Pferden mit langer Mähne und Federn im Hut oder gibt es doch mehr zu entdecken?
Ich hoffe Sie nehmen es ernst, dass es nicht nur Zuschauer gibt die sich durch lange Mähnen blenden lassen. Das war jedenfalls kein Hort des vernünftigen Reitens. Richard Hinrichs ist eine Art Clown der FN und wir merken das. Die Reitkunst muß ihm nicht folgen. Verzeihen Sie mir die harschen Worte aber sie sind nicht annähernd so harsch wie der Umgang den ich dort mit den Pferden beobachten mußte. Grüße aus Göttingen.“ Tamina Pinent
„Der Barockpferde-Show-Cup der Pferd und Jagd im November vergangenen Jahres ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Es wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Vorführungen geboten, die einerseits einen hohen Unterhaltungswert hatten, andererseits aber auch Performances zeigten mit einem jeweils ganz eigenen Focus: Exaktheit in der Ausführung, Leichtigkeit, Feurigkeit oder eine kleine Geschichte erzählende Darbietung … Zugegeben, nicht alles klappte, aber das muss es auch nicht. Der Gesamteindruck ist das entscheidende – das zeigten auch die eindeutigen Reaktionen des Publikums. Ich würde mich freuen, würde es solche Art von Wettbewerb auch an anderen Stellen zu sehen geben und freue mich jetzt schon auf den nächsten Barockpferde-Show-Cup der Pferd und Jagd im November 2009.“ Cornelia Pankau
Wir waren auf der Pferd & Jagd! Gut waren die tollen Bücherschnäppchen und Probesitzen auf den verschiedensten Sätteln… und ein Friese aus Holland der vor einer tollen Sjees mal wirklich wunderschön gegangen ist und nicht einfach nur vorne zusammengeknautscht wie die anderen. Und dann kam das Barockturnier kommentiert von Richard Hinrichs… Mir fehlen die Worte… Wie kann jemand der reitet wie ein Gott so etwas äh… machen? Dass ein Pferd oder Reiter mal aufgeregt ist, besonders in so einer Situation kann passieren. Die Frage ist nun wie geht der Reiter damit um, was sind die Maßnahmen die er ergreift um dem Pferdchen die Angst zu nehmen und vor allem wie bewertet der Richter diese Maßnahmen? Ein Pferd was gewisse Lektionen abspulen kann weil es diese von einem Ausbilder, der offensichtlich nicht die Reiterin war, gelernt hat, aber keinen Schritt und keinen normalen Trab gehen kann und dem die Kandarre die gesamte Zeit über bis zum Anschlag (Kinn an Brust) angezogen ist DARF keine guten Noten bekommen. Passverschiebungen, Nervosität, Getrippel, verkrampfte Reiterhände und verkrampfte Reiter als Ganzes, Pferde die nicht Schritt gehen, geschweige denn ruhig stehen bleiben. Was für eine Blamage für die “hohe Kunst” der Reiterei, wo doch die Pferde der anderen Vorführungen, ob Welshpony, Quarter oder Saddlebred zumindest die Gundgangarten beherrschten und still stehen konnten… Der Hinweis von Richard Hinrichs es handle sich um eine sehr temperamentvolle Rasse kann ja wohl kaum als Argument gelten. Auch temperamentvolle Pferde können ordentlich geritten werden und man sah auch schon mal iberische Pferd gut gehen. Sogar im Schritt und Halt vor wildgemachten Stieren. Also wirklich… Ob denn so ein “temperamentvolles” Pferd dadurch ruhiger wird, dass man ihm die Kandarre in den Kiefer schraubt und es zusammengezogen irgendwelche “Lektionen” vorkrampfen lässt ist mehr als fraglich.
Wir haben die Veranstaltung mit blutenden Herzen frühzeitig verlassen als ein zusammengestauchter Friese die Arena betrat wo einem echt die Worte fehlten. Ein paar Reiter zeigten durchaus ein angenehmes Bild dieses wurde jedoch nicht durch bessere Noten von der Jury belohnt. Ein zugegebenermaßen wunderbarer Schimmel, jedoch mit steifer Reiterin, Kandarre auf max. und nicht im Stande Schritt zu zeigen bekam die bis dahin höchste Note und den Kommentar man sähe dem Paar die Lebensfreude an (???). Ein brauner Lusitano und eine Traber-Friesen Stute die ganz ok gingen aber die höheren Lektionen nur andeuteten bekamen eine schlechtere Note mit dem Hinweis man solle sich nicht an Lektionen probieren die noch nicht sitzen. Hmmm. Stimmt, aber Richters Lieblingsschimmel konnte nichtmal die Grundgangarten, war nicht entspannt, hatte Angst vor seinem eigenen Reiter und der Reiter vor ihm… Der einzige bei dem man überhaupt immer erkennen konnte, was er gerade für eine Lektion reitet war ein Lipizzaner. Es sah flüssig und angenehm aus (aber auch am 3. Wirbel abgeknickt). Natürlich hat er eine schlechtere Note bekommen als die “temperamentvoll”-zusammengestauchte Kreatur.
Ich habe noch nie ein einziges Bild oder Textpassage eines alten Meisters, geschweige denn von Gueriniere, gesehen an dem die Zügel derart angezogen sind. Eigentlich wurde dort auch auf Kappzaum und/oder blanker Kandare geritten. Was ist denn Barockreiten? Modernes Pferdezusammenschrauben auf zu fetten Pferden mit langer Mähne und Federn im Hut oder gibt es doch mehr zu entdecken?
Ich hoffe Sie nehmen es ernst, dass es nicht nur Zuschauer gibt die sich durch lange Mähnen blenden lassen. Das war jedenfalls kein Hort des vernünftigen Reitens. Richard Hinrichs ist eine Art Clown der FN und wir merken das. Die Reitkunst muß ihm nicht folgen. Verzeihen Sie mir die harschen Worte aber sie sind nicht annähernd so harsch wie der Umgang den ich dort mit den Pferden beobachten mußte. Grüße aus Göttingen.“ Tamina Pinent
„Der Barockpferde-Show-Cup der Pferd und Jagd im November vergangenen Jahres ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Es wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Vorführungen geboten, die einerseits einen hohen Unterhaltungswert hatten, andererseits aber auch Performances zeigten mit einem jeweils ganz eigenen Focus: Exaktheit in der Ausführung, Leichtigkeit, Feurigkeit oder eine kleine Geschichte erzählende Darbietung … Zugegeben, nicht alles klappte, aber das muss es auch nicht. Der Gesamteindruck ist das entscheidende – das zeigten auch die eindeutigen Reaktionen des Publikums. Ich würde mich freuen, würde es solche Art von Wettbewerb auch an anderen Stellen zu sehen geben und freue mich jetzt schon auf den nächsten Barockpferde-Show-Cup der Pferd und Jagd im November 2009.“ Cornelia Pankau
"Ich möchte meine Meinung über den Barockpferdecup in Hannover aus der Sicht der organisierten Freunde der klassisch-barocken Reiterei betrachten und wie er sich auswirkt.
Im Jahr 200 wurde der Bundesverband für klassich-barocke Reiterei Deutschland e. V. gegründet. Er besteht bi zu dem heutigen tage nur aus den Gründungsmitgliedern, wovon ein Gründungsmitglied ausgeschieden ist. In der Satzung verpflichtet sich der Bundesverband zu folgenden Zielen: „ Der BV verfolgt die reiterlichen Interessen aller seiner Mitglieder. Er ist ein Zusammenschluss von Mitgliedern, der die Bewahrung des Gedankenguts der klassich-barocken Reiterei und ihrer Pflege zum Ziel hat. Dazu gehört insbesondere die Pflege und Ausbildung gerade derjenigen Element, die in der Barockreiterei begründet wurden, jedoch von der heutigen, seitens der internationalen reiterlichen Vereinigung (FEI) definierten Dressur nicht übernommen worden sind.“
Im Jahr 2006 gründeten sich die beiden Regionalverbände für klassisch-barocke Reiterei Nord und Süd. Ziel dieser gegründeten Verbände ist es, den Reitern eine Heimstatt zu bieten, die sich mit der Entwicklung des modernen Reitens und des damit verbundenen Weges der nur noch unzureichenden Umsetzung der klassischen Reitlehre, auch im Wettkampfsport, nicht mehr identifizieren können.
Die Pferdemessen in Deutschland, insbesondere die Messe Pferd und Jagd in Hannover, bieten eine gute Möglichkeit, für die Sache zu werben, die man vertritt und damit auch neue Mitglieder zu gewinnen. Der BV (sechs Mitglieder, davon nur ein Mitglied mit reiterlicher Kompetenz) organisierte diese Barockpferdecups in Hannover 2006. 2007 und 2008 an den Vorständen der Regionalverbände mit ihren damals noch ca. 130 Mitgliedern vorbei. Die breite Basis wurde einfach nicht angesprochen.
Liebe Leser, diese Kurzanalyse musste sein, damit man versteht, warum so viele Dinge an den hehren Zielen der Satzung des BV vorbeilaufen. Bei dem Wort „laufen“ stellt sich automatisch die Frage:
Wohin soll die Reise gehen?
Diese Frage ist schon einmal in Zusammenhang mit der Entwicklung des modernen Reitens an anderer Stelle gestellt worden. Dieses moderne Reiten, was vornehmlich durch Wettkämpfe und Auktionsveranstaltungen geprägt ist und dabei die alte klassische Reitlehre nicht mehr voll umsetzt, ist nicht das Ziel der klassisch barock orientierten Reiter. Wir wollten uns deutlich unterscheiden. Tun wir das nach solchen Barockpferdecups, wie den in Hannover organisierten eigentlich?
Reiten nach klassischen Regeln heißt, den Pferden Zeit zur Heranreifung zu geben, Reiten in Losgelassenheit, mit feinen Hilfen, die Pferde Freude an der Arbeit finden zu lassen. Freude stand den Pferden, insbesondere 2007, nun wirklich nicht ins Gesicht geschrieben. Ein Pferd ging während er gesamten Prüfung mit so weit aufgesperrtem Maul gegen die Reiterhand, dass man schon weit fahren muss, einschließlich auch auf moderne Veranstaltungen, um so etwas nochmals zu sehen. Bemerkung des Kommentators des Bundesverbandes war lakonisch: „Diese Pferderasse ist etwas stur“ (Originalton).
Jetzt komme ich zur Verantwortung des Kommentators. Er hatte es wirklich in allen drei Jahren schwer, da 2007 die zehn besten Barockreiter angekündigt waren und im nächsten Jahr 2008 ein wahres Feuerwerk barocker Show. Aber warum hatte es der Kommentator so schwer? Er war auch gleichzeitig für die Organisation dieser Cups verantwortlich. Erinnern wir uns: sechs Mitglieder übergehen ca. 130 Mitglieder. Natürlich ist die Auswahl der Pferde dann nicht groß. Warum wird sich aber in so engen Grenzen bewegt? Auf dem Ring in Halle 22 wurde von dem gleichen Kommentator eine sehr gute Show demonstriert. Soll da bewusst ein Abstand erhalten bleiben und ausgebaut werden.
Nun ist ein Organisator nicht für alles verantwortlich, was daneben läuft. Prüfungsatmosphäre, Zuschauer, Geräuschkulisse – wir haben alle genügend reiterliches Verständnis, um das nachvollziehen zu können. Aber warum hat man diese Reiter so vorgeführt? Die Notenvergabe war übrigens nicht nachzuvollziehen. Für das klassisch-barocke Reiten gibt es noch keinen eigenen Notenspiegel. Also mussten alle Zuschauer annehmen dass nach FN Normen gerichtet wird. Dazu ist nur zu sagen, wird eine Grundgangart nicht gezeigt oder sperrt ein Pferd durchgehen oder geht es durchgängig zu tief und zu eng oder fällt durchgängig in einer S-Prüfung auseinander oder…oder, dann darf die Wertnote nicht über „Fünf“ liegen, das heißt nicht platzierungswürdig.
Einige erklärende Bemerkungen des Kommentators wären dringend erforderlich gewesen. Mir ist es nicht klar, wie man Reiten mit der Garrocha, freihändiges Reiten, langen Zügel und Dressurkür untereinander innerhalb einer Note vergleicht. In meiner Tätigkeit als Richteranwärter hat niemals jemand versucht Äpfel und Birnen zusammenzuzählen. Ein transparenter fachlich begründeter Kommentar wäre hier angebracht gewesen.
Liebe Leser, lassen Sie uns die Ritte aus den vergangenen Jahren betrachten, die den Weg in die richtige Richtung aufgezeigt haben. Den kleinen Kaltblüter 2006 vergisst man nicht. Der Reiter auf dem Lipizzaner zeigte immer durchweg eine harmonische Kür. Der lange Zügel 2008 war sehr harmonisch und fachlich sehr korrekt. Man hätte sich manchmal etwas mehr Frische gewünscht. Aber das Pferd ist ein Rekonvaleszent und schon 20 Jahre alt. Hier hätte der Kommentator die Pflicht gehabt, ein paar Worte über das Pferd zu sagen, denn hier wäre Werbung für das klassisch-barocke Arbeiten möglich gewesen. „Wir möchten unsere Pferde bis in ihr hohes Alter gesund erhalten und ihnen durch die Art unserer Arbeit die Möglichkeit bieten, lange mit Freude zu arbeiten.“ Das hat der kleine Schimmel richtig nett gezeigt.
Was das Publikum sehen möchte, hat die Wahl des Publikumslieblings 2008 gezeigt. Klassisch-barockes Reiten mit Ritten, die Harmonie ausstrahlen. Leider wurde es vom BV drei Jahre lang versäumt, die Möglichkeit des Barockpferdecups in Hannover zu einer Sache der Werbung für das klassisch-barocke Reiten zu machen. Diese vergangenen Cups haben in
der Endkonsequenz der Erhaltung des Gedankens des klassisch-barocken Reitens in gesamter Breite Schaden zugefügt. Schaden nicht nur der Werbung für unsere Sache, sondern konkret auch der Arbeit aller Verbände des klassisch-barocken Reitens.
Lasst uns nach vorne blicken.
Wir würden uns von den Veranstaltern der Messe „Pferd und Jagd“ in Hannover wünsche, dass es möglich wird, dass Organisatoren den Barockpferdecup ausrichten, die mit der breiten Basis der Barockreiter in Deutschland zusammenarbeiten und ein wirklicher Leistungsdurchschnitt zustande kommt. Die Reise muss mit dem schon gezeigten positiven Potenzial und vielen, die dazu kommen, in die richtige Richtung losgehen!
In die Richtung der Vorbildwirkung, damit sich die Freunde des klassisch-barocken Reitens zu einer großen Bewegung in Deutschland, im Sinne unserer Pferde, entwickeln können.Die Bewahrung des Gedankenguts der klassisch barocken Lehre muss Vorrang vor der Pflege persönlicher Eitelkeiten haben. Die Pferde müssen Freude an der Arbeit finden und in ihr schöner werden.
Giselheid Klaus
Giselheid Klaus